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Deutsch kontrastiv aus italienischer Sicht

Phraseologie, Temporalität und Pragmatik

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Claudio Di Meola and Daniela Puato

Dieser Band enthält die Beiträge der Tagung Kontrastive Linguistik Deutsch-Italienisch der Universität Rom La Sapienza vom Februar 2014. Italienische bzw. in Italien tätige Linguistinnen und Linguisten präsentieren insgesamt zehn Aufsätze sowie drei Rezensionskommentare mit den Themenschwerpunkten Phraseologie, Temporalität und Pragmatik. Der Band setzt den Fokus auf die deutsche Sprache und verfolgt dabei eine angewandte wie theoretische Zielsetzung. Einerseits diskutieren die Verfasser den praktischen Nutzen linguistischer Forschungsergebnisse im DaF-Unterricht, andererseits erhoffen sie sich neue sprachwissenschaftliche Erkenntnisse durch die Gegenüberstellung mit einer nicht eng verwandten Sprache aus dem europäischen Kulturkreis.
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Interrogativität im Deutschen und im Italienischen. Ein Vergleich in funktionaler Perspektive

1. Entscheidungsfragen und Ergänzungsfragen

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In diesem Beitrag werden Fragesätze, besonders Entscheidungsfragesätze, im Deutschen und im Italienischen behandelt, um ihre unterschiedliche Strukturierung auf verschiedenartige funktionale Organisationsmuster zurückzuführen. Dabei wird ein Standpunkt vertreten, in dem die sprachliche Gestaltung Aufschlüsse über kognitive Dimensionen geben soll (Nuyts 2000).

Im Folgenden wird der Terminus Fragesatz verwendet, um Satzstrukturen mit den prototypischen Verwendungsweisen von Fragen zu bezeichnen (Hentschel 1998: 169). Unter Frage wird hier eine Textsequenz verstanden (Rigotti 1993: 44–45), mit der die Aufgabe gestellt wird, eine gegebene Unbestimmtheit zu überwinden. Diese Aufgabe ist kognitiv zu fassen: Die Lücke wird als ein Mangel angesehen, „der als solcher auch gefühlt, bemerkt, erfasst werden muss“ (Martinak 1905: 333) und das damit verbundene Wissensbegehren kann in den meisten Fällen eine Aufforderung zur Antwort bewirken, die als eine typische pragmatische Funktion von Fragen angesehen wird (Stati 1990: 16). Eine Frage kann aber auch ohne eine solche Aufforderung formuliert werden (z. B. Was ist mit mir? Was wird jetzt aus uns?).

Wegen ihrer Komplexität werden hier „tendenziöse“ Fragen (Franck 1979) nicht berücksichtigt (z. B. Also heute früh sind Sie gekommen?), die suggestiv wirken und mit einer gewissen Antworterwartung realisiert werden (Conrad 1978). Außer Betracht bleiben auch Äußerungen in Form von Fragesätzen (z. B. Spinnst du? oder Können Sie nicht zur Seite rücken?), die keine Fragen sind, sondern verschiedenartige indirekte Sprechakte darstellen (Harendarski 2012).

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