Show Less
Restricted access

In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

Series:

Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
Show Summary Details
Restricted access

1995 Die Inside-Passage: per Schiff nach Alaska

← 76 | 77 → 1995

Extract

Es gibt viele Wege, um nach Alaska zu gelangen: Der Flug von Europa über den Nordpol nach Anchorage ist der schnellste. Etwas langsamer geht es über New York, Montreal oder Toronto. Am schönsten aber ist die Schiffspassage: Wer viel Zeit hat, startet in Port Hardy auf Vancouver Island oder, weiter nördlich, in Prince Rupert; empfehlenswert aber ist, in Ketchikan die Fähre zu besteigen und gen Norden zu fahren. Der kleine Fischerort liegt malerisch zu Füßen hoher Berge und verdankt seinen Namen der Sprache der Tlingit-Indianer: Fluss der Adler-Flügel. Gegründet in den achtziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts von amerikanischen Pionieren und Lachsfischern, erlebte die erste Stadt Alaskas ihre Blütezeit um die Jahrhundertwende, während und nach dem Goldrausch im kanadischen Yukon.

Ein Spaziergang durch Ketchikan vermittelt Beschaulichkeit und Nostalgie, in Dolly`s House auch Erinnerungen an das Rotlichtmilieu jener Jahre. Die Alaskalachse bevölkern den Ketchikan Creek in großer Zahl; am besten isst man sie in Westmark`s Cape Fox Lodge, wohin ein bequemer Aufzug führt, der einen phantastischen Blick über Meer und angrenzende Inseln erlaubt.

Am nächsten Morgen nimmt uns die MV Columbia auf und bringt uns in zügiger Fahrt nach Norden. Es ist unangenehm kalt; auf dem Bootsdeck schälen sich Passagiere aus ihren Schlafsäcken und reiben sich die Augen vor Müdigkeit; die Kabinen sind teuer. An Wrangell vorbei führt die Route nach Petersburg, wo die Fahrrinne immer enger wird: Auf der Steuerbordseite...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.