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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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1998 Chile - faszinierend und widersprüchlich

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Chile ist in seinen geographischen Dimensionen ein Unikum: Auf 4.300 Kilometer Länge erstreckt es sich von Nord nach Süd bei gelegentlich nur 140 Kilometern Ost-West-Ausdehnung. Wer das Land bereisen will, kann auf das Flugzeug nicht verzichten.

Chiles Metropole am Fuße der Kordillere, die freilich allzu häufig ob der immensen Luftverschmutzung nicht zu sehen ist, ist eine geschäftige Fünfmillionenstadt, die deutliche Zeichen eines wirtschaftlichen Aufschwungs erkennen lässt: Wolkenkratzer schießen in Santiago aus dem Boden, ein erbarmungsloser Verkehr macht Fußgängern das Leben schwer, Hektik breitet sich in den Geschäftsvierteln aus. Die Stadt hat wenig Sehenswertes anzubieten; lohnend ist der Besuch der Studentenviertel Bellavista und Nuñoa sowie der Casa de la Moneda - Amtssitz des Präsidenten -, wo noch immer die Einschüsse der Panzer des Augusto Pinochet Ugarte und seiner Helfershelfer vom 11. September 1973 zu erkennen sind. Der gewählte Präsident Salvador Allende wandte sich an jenem Tag in einem bewegenden Appell an das chilenische Volk, bevor er im Kugelhagel der Putschisten zusammenbrach. Unbedingt aber sollte der Besucher Pablo Nerudas Haus La Chascona in Santiago besuchen, ebenso wie sein Domizil in Isla Negra unweit von Valparaiso am Pazifischen Ozean, wo er und Matilde begraben sind: „Kameraden, begrabt mich in Isla Negra, im Angesicht des Meeres, das ich kenne … dort ich ruhen will zwischen dem großen Lidschlag der See und dem Erdreich.“ Beide Häuser Nerudas - verwüstet von den Putschisten und heute wiederhergestellt...

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