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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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1999 Die Osterinsel: Einsamkeit, Mythen und Erklärungsversuche

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Sie ist die einsamste und mythenumwobenste Insel der Welt, der Traum vieler Seefahrer und Reisender: die Osterinsel im Südpazifik, 3.700 Kilometer vor der Küste Chiles und weitab von allen Schifffahrtslinien gelegen. Der Besucher entdeckt einen riesigen dreieckigen Lavabrocken – die Insel ist vulkanischen Ursprungs wie Tahiti und Hawaii – voller schroffer Steilküsten, denen das unendliche Meer Brocken um Brocken entreißt. Einzig Anakena, eine kleine Sandbucht auf der Nordseite, unterbricht die zerklüfteten Felsen. Von Südseelieblichkeit keine Spur, eher werden Assoziationen an die Orkney-Inseln im Nordmeer wach.

Wer hat die sagenumwobenen Moais – die tonnenschweren Steinkolosse mit ihren markanten Nasen und fliehenden Stirnen – geschaffen und wann? Woher kamen die Bewohner, und woran ging diese einstmals große Zivilisation zugrunde? Erklärungen findet man in großer Zahl: Thor Heyerdahl versuchte, mithilfe ethnologischer und linguistischer Studien die Besiedlung der Osterinsel von den Anden her zu erklären, was heute weithin als falsch beurteilt wird. Andere Anthropologen vermuten die Vorfahren der Osterinselbewohner im östlichen Polynesien – auf den Inseln der Marquesas-Gruppe und südlich davon – wofür viele Tatsachen sprechen, waren doch die Polynesier ausgezeichnete Seefahrer und weist die Sprache der Insel – Rapa Nui – viele polynesische Einflüsse auf. Das Ende der Inselkultur nun hätten, so mutmaßen einige Forscher, gewaltige Vulkanausbrüche besiegelt, andere sprechen vom Krieg der „Langohren“ mit den „Kurzohren“, den letztere gewonnen und danach alle Kolossalfiguren umgestürzt hätten. Der zweite Teil der Hypothese jedenfalls stimmt: Als am Ostertag des Jahres 1722 der Holl...

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