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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2001 Kamerun: Das Ideal und das Leben

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Kamerun ist ein reiches Land. Es verfügt über beachtliche Bodenschätze und Energiequellen, seine Landwirtschaft liefert mehr als ausreichend Grundnahrungsmittel, um die Bevölkerung des Landes zu ernähren. Die Fruchtbarkeit der Böden selbst in der Trockenzeit ist erstaunlich: Im Süden und Westen wachsen Kaffee, Kakao, Mango, Papaya und Guava, im Norden Mais, Baumwolle, Süßkartoffeln und vieles mehr. Überall in Kamerun besticht die Schönheit der Landschaften: Ein Garten Eden kann nicht faszinierender sein.

Doch Kamerun ist bettelarm. Vier Fünftel der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, Millionen haben kaum ausreichend zu essen, Krankheiten breiten sich in dramatischer Weise aus, vor allem AIDS. Die offizielle Statistik schönt die Wirklichkeit in beschämender Weise: Die wahre Zahl der Infizierten und Toten bleibt im Dunkeln, die Prostitution blüht. Selbst auf dem Campus der Universität in der Hauptstadt Yaoundé bieten sich Studentinnen für das älteste Gewerbe der Welt an; ansonsten wird das Thema tabuisiert. Steht Kamerun am Abgrund oder ist dies nur der Normalfall im subsaharischen Afrika?

Die Germanisten der Universitäten Yaoundé und Dschang hatten mich erneut zu Vorträgen und Seminaren eingeladen. Seit meinem letzten Besuch im Dezember 2000 hatten sich die Verbindungen zwischen Kamerun und meinem Lehrstuhl intensiviert. Einige Doktoranden und Post-Doktoranden waren zu Studium und Forschung nach Deutschland gekommen; die Firma Siemens hatte auf meine Bitte der Deutschen Abteilung drei Computer zur Verfügung gestellt. Alles schien auf gutem Wege zu sein.

Bei meiner...

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