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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2005 Mit „Transcultura“ im Land der Maharadjas

← 266 | 267 →2005

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Sonntag

Zu früher Stunde erreiche ich das Flugzeug; die S-Bahn spielt heute mit. Ich komme ohne Probleme in Erding an.

In Frankfurt versuche ich ein „upgrade“. Wegen der überaus zahlreichen Meilen, die ich auf Flügen der letzten Monate gesammelt habe, hegte ich den Wunsch, auf dem langen Flug nach Bombay in der Business-Klasse Platz nehmen zu dürfen: ein unbekannter Luxus. Doch die Maschine ist überbucht, ich stehe auf der Warteliste, freilich ohne Aussicht auf Besserung. So bleibt erneut nichts als „Holzklasse“, doch zum Glück ist der Nachbarplatz nicht besetzt. Die Reise verläuft erträglich.

Unterwegs erfahre ich, dass – seit etwa vier Jahren – Bombay Mumbai heißt, ebenso wie Madras in Chennai und Calcutta in Kalkota umbenannt worden ist: Muskelspiele einer aufstrebenden Nation!

Auf dem Flughafen von – es geht mir schwer über die Lippen – Mumbai herrscht orientalisches Gewirr, obwohl es ein Uhr morgens ist. Ich finde meinen Koffer, passiere zahlreiche Kontrollen und erreiche den Vorplatz, wo Hunderte Einheimische, mit Schildern bewaffnet, Passagiere aus Europa erwarten. Nach geraumer Zeit finde auch ich meinen Namen, der junge Mann begrüßt mich freundlich, bringt mich zu einem Auto und los geht es in rasender Fahrt durch das nächtliche Bombay-Mumbai: Feuer und Arbeitsplätze registriere ich am Straßenrand, Slums dahinter, dann schlafe ich – trotz der zahlreichen Schlaglöcher – sofort ein. Ich werde geweckt auf dem Campus des International Institute of Technology – eines der brain tanks des neuen Indien, wo man...

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