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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2006 In Fidels Reich und auf den Grenadinen

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Sonntag, 5. März, und Montag, 6. März 2006

München erstickt im Schnee; in Herrsching kommen wir nicht aus dem Haus. Mehr als ein Meter Neuschnee ist in der Nacht dazugekommen, die S-Bahn hat ihren Betrieb eingestellt, am Flughafen ist eine Maschine von der Piste abgekommen und im Schnee steckengeblieben. Ich schaufele eine Art Schlucht durch die Schneemassen, um zumindest auf die Straße gelangen zu können.

Jobst, unser Freund aus Starnberg, will uns, trotz aller Unbilden des Winters, zum Flughafen bringen und ist auch pünktlich zur Stelle. Er erklärt, sogar noch eine Probefahrt um sein Haus gemacht zu haben, um sicher zu sein, dass die Fahrt möglich sei.

Es geht besser als erwartet. Wir kommen, über die Eschenrieder Spange, in weniger als einer Stunde in Erding an, bugsieren das schwere Gepäck zum Schalter der Iberia und werden auch prompt abgefertigt. Die Maschine aus Madrid landet alsbald und wir sind, mit nur einer knappen halben Stunde Verspätung, an Bord. Die Stimmung steigt beträchtlich!

Aber sie sinkt augenblicklich wieder, als der Kapitän mitteilt, es sei – auch wegen des Ver.di-Streiks - nur eine Rollbahn geöffnet und wir stünden auf Platz 38 (!) der startbereiten Flugzeuge. Also heißt es warten und sich in Geduld üben. Eine Zwischenmeldung besagt, wir seien auf Position fünfzehn vorgerückt; nach guten neunzig Minuten rollen wir zum Start und fliegen nach Madrid.

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