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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2011 Burma/Myanmar: eine Diktatur am Ende

← 370 | 371 → 2011

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Schon Rudyard Kipling war begeistert: „Dies ist Birma, und kein Land lässt sich mit ihm vergleichen“. Gilt das heute noch immer?

Wer aus der geschäftigen Hetze Bangkoks auf dem pompösen, aber vor sich hindösenden neuen Flughafen von Rangoon-seit dem Putsch des Generals Ne Win, im Jahre 1962, Yangun genannt-ankommt und in die Stadt fährt, findet Kiplings Feststellung unverändert gültig, freilich im negativen Sinne: Schrottreife Autos holpern der Innenstadt entgegen, die Straßenbeleuchtung am Abend spottet jeder Beschreibung und das Hotel atmet den Charme der Nachkriegsjahre, als Bogyoke Aung San-der Vater der Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi-das Land in die Unabhängigkeit führen wollte, die freilich erst sein Protegé U Nu verwirklichte, weil Aung einem Attentat zum Opfer fiel. Das Werk setzte Ne Win fort, der dem Land einen birmanischen Weg des Sozialismus bescherte: Industrie und Handel wurden verstaatlicht, Burma - nunmehr, wie in der mittelalterlichen Glanzzeit, Myanmar genannt-versank in Korruption und Agonie. Die Proteste der Bevölkerung und der buddhistischen Mönche zwangen Ne Win 1988 zum Rücktritt, doch bald waren die Militärs bereits wieder so stark, dass sie die Wahl 1989 mit deutlicher Mehrheit für Aung San Suu Kyis National League for Democracy für ungültig erklärten und weiter die Macht ausübten. Der jetzige starke Mann der Junta-General Than Shwe-regiert, mitsamt seinen Satrapen, das geknechtete Land mit eiserner Faust. Die große Dame sitzt in Hausarrest, trotz aller westlichen Proteste und Sanktionen....

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