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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2012 Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen?

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Im Nachlass zum West-Östlichen Divan fasst Johann Wolfgang Goethe seine Vision eines friedlichen Neben- und Miteinanders des Ostens und Westens in die Worte:

Wer sich selbst und andre kennt

Wird auch hier erkennen:

Orient und Okzident

Sind nicht mehr zu trennen.

Sind sie es wirklich? Und, wenn ›Ja‹, warum gelingt es allenfalls in glücklichen Zeiten, also im kairós der griechischen Klassik?

Gerade in diesen Tagen, anlässlich der Feier des 50. Jahrestages des Deutsch-Türkischen Anwerbeabkommens, wird in Deutschland bekannt, dass die Morde an türkischen Dönerbudenbesitzern dem rechten Terror zuzuschreiben sind, keinesfalls also Szenemorden oder Drogenkartellen östlicher Herkunft. Es wird bekannt, dass Deutschlands Verfassungsschützer über Jahre hinweg in die falsche Richtung ermittelt haben. Mehr noch: dass ihre sogenannten V-Leute in der rechten Terrorszene von nichts eine Ahnung hatten, möglicherweise sogar an den Verbrechen beteiligt waren. Deutschlands Ermittler waren blind auf dem rechten Auge und sind, wie Innenminister Friedrich betont, nicht einmal bereit, dies zuzugeben. Dergleichen freilich hat in Deutschland Tradition: Man denke an den Kapp-Putsch, den Feldherrnhallenputsch Hitlers, die Harzburger Front oder das Ende der Weimarer Republik! Aber man denke auch an die 70-er und 80-er Jahre der Bundesrepublik Deutschland, als der Terror der Rote-Armee-Fraktion zur Staatsbedrohung erklärt und ein ganzes Land in den Ausnahmezustand versetzt wurde, die rechte Szene aber kaum beachtet und, im Notfalle, von staatlicher Seite erklärt wurde, die Behörden hätten alles im Griff:...

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