Show Less
Restricted access

In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

Series:

Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
Show Summary Details
Restricted access

2012 Vom Mekka der Seefahrer zum Subventionsgrab: Madeira

← 408 | 409 →2012

Extract

Madeira, weit draußen im Atlantik vor der lusitanischen Küste gelegen, war einstmals eine stolze Insel. Als Portugal die Meere beherrschte, diente Funchal, das seinen Namen von der allenthalben anzutreffenden Fenchel-Pflanze herleitet, als Hafen auf dem Wege zu ferner gelegenen Zielen: den Kapverdischen Inseln, der westafrikanischen Küste, dem Kap der Guten Hoffnung, sodann Ostafrika und dem fernen Goa, schließlich, als Krönung, zur Bucht von Rio de Janeiro.

Große Seefahrer ankerten vor der Insel: Heinrich der Seefahrer, Vasco da Gama, Pedro Álvarez Cabral; Christoph Kolumbus handelte dort mit Zuckerrohr und nahm auf der kleinen Nachbarinsel Porto Santo Quartier, bevor er endlich im Herbst 1492, nach dem Fall der letzten maurischen Festung Granada, das Plazet der Doppelmajestäten Isabella und Ferdinand von Aragon und Kastilien erhielt, den Seeweg nach Indien zu erkunden. Nebenbei sollte das katholische Königreich Spanien im Westen mit vermuteten Gleichgesinnten im Osten gegen die Muslime vereinigt werden. Stattdessen landete Kolumbus in Hispaniola, wie er das Eiland in der Karibik nannte: Die neue Welt war entdeckt worden, eher per Zufall freilich, wie es so häufig in der Weltgeschichte geschah.

Manuel I. residierte in jener für Portugal so glorreichen Zeit im Schloss zu Lissabon – in jener Epoche also, als seine Untertanen die Reichtümer der Kolonien ausbeuteten, Millionen der Eingeborenen zu Sklaven machten und sie hemmungslos auf Plantagen und in Bergwerken hinschlachteten. Mordgesellen wie ihn gab es zu Hauf am Tejo; noch heute kann der Reisende in Afrika, Asien...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.