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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2013 Warum Reisen traurig macht

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Wieder in Südostasien: In Bangkok findet ein Kongress der Germanisten der ASEAN-Staaten statt, der sich mit der Motivation im Fremdsprachenunterricht beschäftigt. Genauer: Wie kann es gelingen, junge Thais, Vietnamesen, Laoten, Kambodschaner, Singaporesen und Malaien zum Studium der deutschen Sprache und Literatur zu bewegen?

Eine gute Frage. Sind doch die Studentenzahlen allenthalben rückläufig, ist das Englische dabei, alle anderen Sprachen, das Französische eingeschlossen, zu verdrängen, und sprechen deutsche Manager in Bangkok, Hanoi und Singapur selbst dann Englisch, wenn sie unter sich sind. Zur Rede gestellt, warum sie das tun, schauen sie den Fragenden mitleidig lächelnd an. Weist der sie dann auf ihre, in aller Regel, beklagenswert schlechte Beherrschung des Englischen hin, halten sie dergleichen Kritik für typisch deutsche Besserwisserei, die man hier am Orte nicht nötig habe. Und obendrein sei das Deutsche ohnehin eine tote Sprache, wenn man geostrategisch denke. Immerhin erklärt später, beim opulenten Buffet, einer der Manager, er denke keineswegs so, dürfe das aber nicht öffentlich äußern.

Der Kongress freilich bietet ein anderes Bild: Es gibt interessante Vorträge, viel Begeisterung unter den Deutschlehrerinnen und -lehrern und das selbst dann, wenn sie an der thailändisch-kambodschanischen Grenze unter außerordentlich schwierigen Bedingungen arbeiten. Dazwischen freilich dominieren Arbeitsberichte, die unendlich langweilen und lediglich bezeugen, dass sich die Mühlen in der Region langsam drehen, dass häufig Sand im Getriebe ist und viele Teilnehmer genau das praktizieren, was zu verbessern sie sich hier...

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