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Globalisierung in Zeiten der Aufklärung

Texte und Kontexte zur «Berliner Debatte» um die Neue Welt (17./18. Jh.) – Teil 1 und Teil 2

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Edited By Vicente Bernaschina, Tobias Kraft and Anne Kraume

Mit der Erkundung und Eroberung der Neuen Welt beginnt die Geschichte eines europäischen Bewusstseins von Globalisierung. Das Schlüsselthema unserer Zeit hat besonders in der Aufklärung Konjunktur. Die hierfür zentrale «Berliner Debatte» legt die entscheidenden Fragen zu den konkurrierenden Weltbildern zwischen Alter und Neuer Welt offen. Die beiden Bände bieten Forschungsgrundlage und Forschungsergebnisse zugleich: Band 1 analysiert in zahlreichen Fachbeiträgen die kultur- und wissenschaftshistorischen Perspektiven der «Berliner Debatte». Band 2 bietet erstmals einen repräsentativen Querschnitt ihrer Texte und Kontexte: Acosta, Garcilaso de la Vega, Fontenelle, Voltaire, La Condamine, Friedrich II., Alfieri, Raynal, Clavijero, León y Gama, die Enzyklopädisten, Georg Forster, Teresa de Mier, Alexander von Humboldt und Victor Séjour.
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Bibliotecas viajeras: Wissenstransfer zwischen Europa und Amerika bei Francisco Javier Clavijero und fray Servando Teresa de Mier

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Anne Kraume

Bibliotecas viajeras

Wissenstransfer zwischen Europa und Amerika bei Francisco Javier Clavijero und fray Servando Teresa de Mier

1. Reisende Bibliotheken 1

Im April 1817 geht in dem kleinen Küstendorf Soto la Marina im heutigen mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas eine Truppe von europäischen und amerikanischen Freischärlern an Land, die der Spanier Francisco Xavier Mina fast ein Jahr vorher in London ausgehoben hatte. Die Expedition möchte die seit Jahren nicht zum Abschluss kommende mexikanische Unabhängigkeitsbewegung unterstützen, und unter ihren Teilnehmern befindet sich auch der 22 Jahre zuvor von der kolonialen und klerikalen Obrigkeit Neuspaniens nach Europa verbannte Dominikanerpater fray Servando Teresa de Mier. Dieser hatte 1794 in einer Predigt seiner Überzeugung von einer präkolumbinischen Christianisierung Mexikos Ausdruck verliehen und damit die heilsgeschichtliche Legitimation der spanischen Kolonialherrschaft in Zweifel gezogen – und war für dieses Vergehen zu zehn Jahren Haft in einem spanischen Kloster verurteilt worden. Dieser Haft hatte er sich durch wiederholte Fluchten und eine jahrzehntelange Odyssee quer durch Europa entzogen und schließlich die letzten Jahre seines europäischen Exils wie viele andere lateinamerikanische und spanische Liberale in London zugebracht.1 Dort hatte er im Jahr 1813 sein politisches Hauptwerk Historia de la Revolución de Nueva España, antiguamente Anáhuac veröffentlicht, in dem er die Ursachen, Zusammenhänge, Möglichkeiten und Ziele eben derjenigen Unabhängigkeitsbewegung reflektiert, zu deren Unterstützung er jetzt in sein Heimatland zurückkehrt.2

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