Show Less
Restricted access

Globalisierung in Zeiten der Aufklärung

Texte und Kontexte zur «Berliner Debatte» um die Neue Welt (17./18. Jh.) – Teil 1 und Teil 2

Series:

Edited By Vicente Bernaschina, Tobias Kraft and Anne Kraume

Mit der Erkundung und Eroberung der Neuen Welt beginnt die Geschichte eines europäischen Bewusstseins von Globalisierung. Das Schlüsselthema unserer Zeit hat besonders in der Aufklärung Konjunktur. Die hierfür zentrale «Berliner Debatte» legt die entscheidenden Fragen zu den konkurrierenden Weltbildern zwischen Alter und Neuer Welt offen. Die beiden Bände bieten Forschungsgrundlage und Forschungsergebnisse zugleich: Band 1 analysiert in zahlreichen Fachbeiträgen die kultur- und wissenschaftshistorischen Perspektiven der «Berliner Debatte». Band 2 bietet erstmals einen repräsentativen Querschnitt ihrer Texte und Kontexte: Acosta, Garcilaso de la Vega, Fontenelle, Voltaire, La Condamine, Friedrich II., Alfieri, Raynal, Clavijero, León y Gama, die Enzyklopädisten, Georg Forster, Teresa de Mier, Alexander von Humboldt und Victor Séjour.
Show Summary Details
Restricted access

Krise der Kategorien: Kulturdifferenz und Vergleich bei Alexander von Humboldt

Extract

Tobias Kraft

Krise der Kategorien

Kulturdifferenz und Vergleich bei Alexander von Humboldt

Wir schreiben die Jahre 1799 bis 1804. Alexander von Humboldts reist durch die Provinz Venezuela und entlang der amerikanischen Hochgebirge durch die ehemaligen Herrschaftsgebiete der Inka. Später führt ihn die Reise in das Tal von Anáhuac, wo er sich für bald ein Jahr in der Hauptstadt Neu-Spaniens aufhält. Aus heutiger Sicht können wir diese Reise als doppelte Initiation verstehen: Zum ersten Mal kommt Humboldt hier in Berührung mit einer für den Wissenshorizont und die Sehgewohnheiten der meisten Europäern in ihrer schieren Größe und Weite bis dahin unbekannten und unzureichend verstandenen Natur. Doch sind die Kordilleren Südamerikas, ebenso wie die Hochebenen Neu-Spaniens nicht nur der Ort eines einzigartigen Naturerlebnisses, das Rückschlüsse auf die dort lebenden Zivilisationen und Völker zu ermöglichen scheint. Sie beherbergen auch in Europa kaum bekannte Kulturmonumente aus einer längst vergangenen und mit der europäischen Eroberung untergegangenen Epoche. Dies gilt auch für einige spektakuläre Statuen und Codices der Mexica-Hochkultur, für die Humboldt nicht nur die Archive Mexiko-Stadts beansprucht, sondern auch veranlasst, die große Basaltstatue der Göttin Coatlicue1 (Tonantzin) unter dem Boden der Universität wieder auszugraben, nachdem diese erst 1790 zufällig unter dem Pflaster der Plaza mayor gefunden worden war:

Les professeurs de cette Université, religieux de l’ordre de Saint-Dominique, n’ont pas voulu exposer cette idole...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.