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Globalisierung in Zeiten der Aufklärung

Texte und Kontexte zur «Berliner Debatte» um die Neue Welt (17./18. Jh.) – Teil 1 und Teil 2

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Edited By Vicente Bernaschina, Tobias Kraft and Anne Kraume

Mit der Erkundung und Eroberung der Neuen Welt beginnt die Geschichte eines europäischen Bewusstseins von Globalisierung. Das Schlüsselthema unserer Zeit hat besonders in der Aufklärung Konjunktur. Die hierfür zentrale «Berliner Debatte» legt die entscheidenden Fragen zu den konkurrierenden Weltbildern zwischen Alter und Neuer Welt offen. Die beiden Bände bieten Forschungsgrundlage und Forschungsergebnisse zugleich: Band 1 analysiert in zahlreichen Fachbeiträgen die kultur- und wissenschaftshistorischen Perspektiven der «Berliner Debatte». Band 2 bietet erstmals einen repräsentativen Querschnitt ihrer Texte und Kontexte: Acosta, Garcilaso de la Vega, Fontenelle, Voltaire, La Condamine, Friedrich II., Alfieri, Raynal, Clavijero, León y Gama, die Enzyklopädisten, Georg Forster, Teresa de Mier, Alexander von Humboldt und Victor Séjour.
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Hypotheken des Wissens: José de Acosta und die Naturgeschichte

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Pablo Valdivia Orozco

Hypotheken des Wissens

José de Acosta und die Naturgeschichte

Der als Plinius der Neuen Welt bekannt gewordene Jesuit José de Acosta realisiert mit seiner Historia natural y moral de las Indias ein Vorhaben, das nicht minder heikel ist als die Herkunft seines Autors: er war als Sohn einer (wahrscheinlich konvertierten jüdischen) Familie portugiesischen Ursprungs eines affirmativen Duktus gegenüber der spanischen Universalmonarchie vielleicht bedürftiger als andere seiner Zeitgenossen. Affirmation einer Integration – das beschreibt zugleich eine der Funktionen, die Acostas Werk von Anfang an aufgetragen ist. Besonders offenkundig wird dies an der höchst politischen Frage nach dem Umgang mit der Neuen Welt. Mehr oder minder explizit ist diese Frage auch in den folgenden und von Gerbi kanonisch rekonstruierten Debatten um die Neue Welt zugegen (vgl. Gerbi 1973). So scheint es keine allzu kühne These zu behaupten, dass Acostas Naturgeschichte eine unverzichtbare Vorgeschichte zu dem ist, was dann in der in diesem Band sogenannten »Berliner Debatte« um die Neue Welt erneut ausbricht.

Dabei geht es nicht nur um Rezeptionslinien, sondern auch und vielleicht vor allem um die Frage nach der wie auch immer zu bewertenden epistemischen »Verarbeitung« der Neuen Welt, die in diesem Falle unter dem Titel einer Naturgeschichte erfolgt. Das fordert die Frage heraus, was aus Naturgeschichte wird und was sie leisten muss, wenn ihr mit einem solchen Gegenstand eine solche Funktion aufgetragen wird. Offenkundig steht in dieser Perspektive mit dem Projekt weniger die Geburt eines...

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