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Vorintegrative Sprachförderung an den Goethe-Instituten in der Türkei

Zur Wirksamkeit vorintegrativer Sprachförderung im Rahmen des Sprachnachweises beim Ehegattennachzug – eine empirische Untersuchung

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Benedikt Döhla

Benedikt Döhla untersucht in seinem Buch die Wirksamkeit der Angebote zur vorintegrativen Sprachförderung an den Goethe-Instituten Ankara, Istanbul und Izmir. Diese wurden ab September 2007 im Zuge der gesetzlichen Einführung des Sprachnachweiserfordernisses beim Ehegattennachzug eingerichtet. Die Erkenntnisse, die der Autor mittels qualitativer und standardisierter Befragungen von Mitarbeitern und (ehemaligen) Nutzern der Angebote gewonnen hat, erlauben ihm fundierte Aussagen zur Zusammensetzung der Teilnehmergruppe, Erwartungen an den Einsatz der erlernten Deutschkenntnisse und deren Gebrauch nach erfolgtem Nachzug. Dabei bewertet die Mehrheit der Befragten die Angebote zur vorintegrativen Sprachförderung in Bezug auf das Deutschlernen sowie die Vorbereitung auf das Leben in Deutschland positiv. Das Buch enthält im Anhang die Fragebögen zur Studie «Sprachkurse und Sprachprüfungen am Goethe-Institut Türkei».
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VIII Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse und Handlungsoptionen

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Seit August 2007 müssen aus einem Drittstaat zu ihrem Partner in die Bundesrepublik nachziehende Ehegatten in Folge einer Gesetzesänderung bereits bei der Beantragung des Visums im Herkunftsland Deutschkenntnisse auf Niveau A1 GER nachweisen. Am häufigsten wird dieser Nachweis durch das Zertifikat der SD1-­Prüfung des G-­I erbracht.

Die gesetzliche Einführung des Sprachnachweiserfordernisses beim Ehegattennachzug markiert die jüngste Entwicklung in der wechselvollen deutschen Migrations-­ und Integrationspolitik, die ihren Ausgang in der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte ab Mitte der 1950er Jahre genommen hat. Vielfach kehrten die ausländischen Arbeitnehmer nicht mehr in ihre Herkunftsstaaten zurück, insbesondere nach dem abrupten Stopp der Anwerbung im Jahr 1973 trafen sie die Entscheidung vorerst in der Bundesrepublik zu bleiben. Sie begannen damit ihre Familien nachzuholen. In den folgenden Jahren wurde immer deutlicher, dass die Bundesrepublik sowohl durch die Anwesenheit der hohen Zahl an ausländischen Arbeitnehmern als auch durch den konstant erfolgenden Familiennachzug vor mannigfaltige Herausforderungen hinsichtlich der Integration der ausländischen Bevölkerung gestellt sein würde.

Jedoch ging man zunächst weiterhin davon aus, dass die ausländischen Arbeitskräfte und die nachgezogenen Familienmitglieder mitsamt ihrer in Deutschland geborenen Kinder absehbar wieder in ihr Herkunftsland zurückkehren würden. In dieser Annahme ist ein wesentlicher Grund zu sehen, dass in der so genannten Ausländerpolitik über Jahrzehnte hinweg keine eigene Zielsetzung verfolgt und diese nicht an aktuelle Entwicklungen angepasst wurde. In vielerlei Hinsicht hatte diese Stagnation eine Verfestigung der...

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