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Energietransformation, dezentrale Erzeugungsprobleme und Finanzierung der Solarindustrie

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Paschen von Flotow, Dirk Schiereck and Julian Trillig

Die Solarindustrie erlebte insbesondere in Deutschland einen unvergleichbar rasanten und medienträchtigen Aufstieg. Jedoch wurde dieser Aufschwung von einer ebenso beeindruckenden Konsolidierungsphase abgelöst und führte vor allem im Jahr 2013 zu zahlreichen Insolvenzen und zum Abbau jedes dritten Arbeitsplatzes. Vor diesem wechselhaften Hintergrund werden in diesem Band der Reihe Finanzmärkte und Klimawandel eine ganze Reihe ökonomischer, insbesondere finanzwirtschaftlicher Aspekte der Solarindustrie und komplementärer Technologien beleuchtet. Die Einsichten aus diesen Analysen helfen, das Grundverständnis für diesen für die angestrebte Energiewende so wichtigen Bereich der deutschen Industrie nachhaltig zu vertiefen.
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Perspektiven der deutschen Solarindustrie aus der Sicht von branchenerfahrenen Finanzanalysten

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Dirk Schiereck und Florian Wörfel ← 125 | 126 →

 

Während in den Medien gegenwärtig die Insolvenz der Prokon Unternehmensgruppe die Schlagzeilen zu Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien dominiert, ist die Krise in der Solarindustrie fast schon zum akzeptierten Alltag geworden. Dabei haben dort seit Anfang 2012 mehr als die Hälfte der einstmals Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verloren und Unternehmen wie Q-Cells, Conergy oder Solar Millenium in existenzielle Schwierigkeiten gebracht. Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, ob diese Entwicklung nicht zumindest aus Expertensicht absehbar war und nur von einer uninformierten breiten Masse verkannt wurde. Ersten Aufschluss über diese Frage und damit auch allgemein über die generelle Fähigkeit von Finanzmärkten zur Prognose von Strukturbrüchen in sogenannten Zukunftsindustrien sollen Ergebnisse einer Befragung von branchenerfahrenen deutschen Finanzanalysten liefern.

Schon seit längerem wurde ein sehr bemerkenswerter Gegensatz bei den Zukunftsaussichten im Bereich der Photovoltaik immer stärker auch auf politischer Seite diskutiert. Während die Perspektiven für die Technologie auch längerfristig sehr positiv beurteilt werden, wurde für die in diesem Bereich tätigen industriellen Hersteller ein zunehmend düsteres Bild gezeichnet. So titelte schon Weishaupt (2011) im September ‚Pleitewelle erfasst amerikanische Solarbranche: Solyndra beantragt Gläubigerschutz – die dritte Insolvenz innerhalb weniger Wochen’. Parallel berichteten Jordan und Gorelova (2011), dass ‚Dunkle Wolken lasten über der deutschen Photovoltaik-Industrie’. Und im Oktober schließlich titelte Schlüter (2011) mit Blick auf die Solar Millenium AG ‚Ikarus...

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