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Bildungsprozesse zwischen Kindergarten- und Grundschulkindern in Auseinandersetzung mit den Dingen

Ergebnisse eines institutionenübergreifenden Lernwerkstattprojekts

Thomas Grunau

Obwohl sich zahlreiche pädagogische Projekte unter dem Namen Lernwerkstatt firmieren und der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu den meistdiskutierten erziehungswissenschaftlichen Themen der letzten Jahre zu zählen ist, gibt es nur wenige Untersuchungen, die sich mit der konkreten pädagogischen Arbeit in diesen Feldern auseinandersetzen. Der Autor geht diesen Desiderata nach und beleuchtet in seiner Studie die praktische Gestaltung des Übergangs in die Grundschule in einem institutionenübergreifenden Lernwerkstattprojekt. Die Bildungsprozesse zwischen Kindergarten- und Grundschulkindern in Auseinandersetzung mit ihrer räumlich-materialen Umwelt stehen dabei im Zentrum. Zudem kann nachgewiesen werden, wie Kinder in pädagogischen Räumen als kleine ForscherInnen adressiert werden.
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2  Theoretische Rahmung

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Das Ziel dieser Arbeit ist es, Bildungsprozesse zwischen Kindergarten- und Grundschulkindern zu beschreiben. Zuvor jedoch werden die hierfür benötigten zentralen Begriffe innerhalb dieses Kapitels theoretisch gerahmt. Hierfür wird in einem ersten Schritt das Prinzip der Lernwerkstattarbeit, wie es in der pädagogischen Literatur aufgefasst wird, dargelegt. Darauffolgend wird der Prozess der interaktiven Bildung als Teil eines Bildungsbegriffes erörtert, der Kinder als institutionell eingebettete Akteure fasst, die produktiv mit ihren umgebenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen umgehen. Räumlich-dingliche Dimensionen des Pädagogischen, die als wesentlicher Ausgangspunkt der „nicht-direktiven“ (van Dieken 2004, S. 37) Lernwerkstattarbeit anzusehen sind, gilt es ebenso zu umreißen, wie die Potenziale, die in diesem recht jungen Konzept für die Übergangsproblematik zwischen Elementar- und Primarbereich stecken.

Bereits im Jahr 1981 entstanden an der TU Berlin sowie an der PH Reutlingen die ersten Lernwerkstätten. Zwei Jahre später folgte eine weitere in Kassel1 (vgl. Wedekind 2011, S. 6). Dabei handelte es sich zunächst nicht um Einrichtungen für Kinder aus dem Elementar- oder Primarbereich. Die Werkstatt der TU Berlin ist durch eine Initiative von StudentInnen entstanden, die kritisierten, dass sie in ihrem Studium vieles über Konzepte offenen Unterrichts und der Forderung danach erfuhren, sich selbst jedoch in einem pädagogischen Setting bewegten, das von der „Vorlesbarkeit der Welt“ (Hagstedt 2012, S. 156) ausging. Die Lernwerkstatt in Berlin sollte Studierenden des Lehramts die Möglichkeit geben, neue Unterrichtskonzepte in ihrem Studium zu erproben. Seit den 80er Jahren des letzten ← 15 | 16...

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