Show Less
Restricted access

Bildungsprozesse zwischen Kindergarten- und Grundschulkindern in Auseinandersetzung mit den Dingen

Ergebnisse eines institutionenübergreifenden Lernwerkstattprojekts

Thomas Grunau

Obwohl sich zahlreiche pädagogische Projekte unter dem Namen Lernwerkstatt firmieren und der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu den meistdiskutierten erziehungswissenschaftlichen Themen der letzten Jahre zu zählen ist, gibt es nur wenige Untersuchungen, die sich mit der konkreten pädagogischen Arbeit in diesen Feldern auseinandersetzen. Der Autor geht diesen Desiderata nach und beleuchtet in seiner Studie die praktische Gestaltung des Übergangs in die Grundschule in einem institutionenübergreifenden Lernwerkstattprojekt. Die Bildungsprozesse zwischen Kindergarten- und Grundschulkindern in Auseinandersetzung mit ihrer räumlich-materialen Umwelt stehen dabei im Zentrum. Zudem kann nachgewiesen werden, wie Kinder in pädagogischen Räumen als kleine ForscherInnen adressiert werden.
Show Summary Details
Restricted access

5  Zusammenfassung und Ausblick

Extract

Die Auswertung des erhobenen Datenmaterials zeigt, dass Bildungsprozesse zwischen Kindergarten- und Grundschulkindern auf vielfältige Weise stattfinden können. Allerdings entwickeln sich durch die aktive Herstellung von Differenz seitens der Kinder beider Institutionen eher asymmetrische Verhältnisse, die dem Begriff der Ko-Konstruktion, wie er von Youniss (1994, siehe 2.2.2) ursprünglich entwickelt wurde, entgegenlaufen. Es ist aber davon auszugehen, dass symmetrische Beziehungen eher einem Idealtypus entsprechen. Krappmann und Oswald (1995) sehen die Möglichkeit von symmetrischen Interaktionen am ehesten unter Freunden und in stabilen sozialen Gruppierungen gegeben (vgl. ebd., S. 155). Lernwerkstattprojekte als kooperative Begleitangebote für den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule können diese Stabilität aufgrund ihrer zeitlichen Begrenzung in geringerem Umfang bieten als bspw. Schulklassen. Es stellt sich die Frage, inwiefern die besondere Konstellation des Projekts LerI auf Grund der Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschulkindern im Tandem dazu beigetragen hat, dass die Kinder ihre Interaktionen über die kinderkulturellen Differenzkategorien Alter und Schulzugehörigkeit geordnet haben. In der zweiten Phase der teilnehmenden Beobachtung, in der sich die Kinder nicht in Tandems in der Lernwerkstatt bewegten, konnte dieses Phänomen weitaus weniger festgestellt werden. Es kann jedoch die Annahme getroffen werden, dass dies mit den unterschiedlichen angewandten Methoden zusammenhängt. Während das Aufnahmegerät als ‚stellvertretender Beobachter‘ der Handlungen von den Kindern im LerI-Projekt recht schnell und über die Dauer der Zeit immer häufiger ‚vergessen‘ wurde, war die Präsenz des Forschers in der zweiten Untersuchungsphase ein kaum zu unterdrückender Faktor, da sich die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.