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Kritikfiguren / Figures de la critique

Festschrift für Gérard Raulet zum 65. Geburtstag / En Hommage à Gérard Raulet

Series:

Olivier Agard, Manfred Gangl, Françoise Lartillot and Gilbert Merlio

Diese Festschrift, die Gérard Raulet zu seinem 65. Geburtstag gewidmet ist, will den Dank des engeren Kreises seiner Kollegen und Schüler zum Ausdruck bringen, die von seiner Lehre und vom wissenschaftlichen Austausch mit ihm, insbesondere im Rahmen der von ihm 1982 gegründeten Groupe de recherche sur la culture de Weimar an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris, entscheidende Anregungen erfahren haben. Die hier versammelten 27 Beiträge können nur einen bescheidenen Ausschnitt aus dem umfassenden Forschungsfeld widerspiegeln, das ihm zu seiner internationalen Anerkennung als Germanist, Ideengeschichtler und Philosoph verholfen hat.


Ce volume d’hommage dédié à Gérard Raulet à l’occasion de son soixante-cinquième anniversaire exprime la reconnaissance du cercle proche des collègues et élèves qui ont pu bénéficier de son enseignement et des échanges scientifiques entretenus avec lui, notamment au sein du Groupe de recherche sur la culture de Weimar qu’il a créé dès 1982 auprès de la Maison des Sciences de l’Homme de Paris. Les 27 contributions qui y sont réunies s’efforcent de donner un modeste reflet de l’immense champ des recherches qui lui a valu sa réputation internationale de germaniste, d’historien des idées et de philosophe.

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„Der gute Wille wird zum bösen durch erlittene Gewalt“ Kant, Hegel und die Wirkungsgeschichte der Dialektik der Aufklärung: Hauke Brunkhorst

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Jede Wirkungsgeschichte beginnt mit der Vorgeschichte. Denn was die Vorgeschichte ist, wissen wir nur aus ihrer Wirkung auf Verleger und Leser, Apologeten und Kritiker, Lehrer und Übersetzer, Lehrpläne und Archive, Sozialisationsprozesse und Selbstbeschreibungen. Was diese Wirkung ausmacht, erscheint deshalb nach Lektüre eines bedeutenden Werks anders als vor seiner Publikation.

Im Falle der Dialektik der Aufklärung beginnt die Wirkungsgeschichte mit dem modernen Begriff der Kritik (1). Ihr zeitgenössischer Ausgangspunkt ist die Verbindung von Marx und Weber, mit der Georg Lukács dem Marxismus das 20. Jahrhundert erschlossen hat (2). Die Darstellung des Teils der Wirkungsgeschichte, die dem Erscheinen des Buches gefolgt ist, orientiert sich an dessen einzelnen Kapiteln vor allem deshalb, weil diese jeweils verschiedene Wirkungen ausgelöst haben (3-9).

Die Dialektik der Aufklärung ist im Ganzen eine Diskussion und Kritik von Kants kritischer Philosophie. In der Vorrede (3) und im ersten Kapitel über die Aufklärung (4) steht mit diesem Begriff die Möglichkeit von Wissenschaft und damit die Kritik der reinen Vernunft zur Disposition, im ersten Exkurs die Geschichtsphilosophie und im zweiten die Kritik der praktischen Vernunft (5). Im dritten Exkurs, den Adorno separat als Philosophie der neuen Musik publiziert hat (6) und im Kapitel über die Kulturindustrie (7) geht es um die Kritik der Urteilskraft in der ästhetischen Theorie. Auch im Antisemitismuskapitel fragen sich Horkheimer und Adorno, ob es nicht doch einen inneren Zusammenhang zwischen Kants bloß formalem Gesichtspunkt, alles Handeln einem verallgemeinernden Imperativ zu subsumieren und der t...

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