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Kritikfiguren / Figures de la critique

Festschrift für Gérard Raulet zum 65. Geburtstag / En Hommage à Gérard Raulet

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Edited By Olivier Agard, Manfred Gangl, Françoise Lartillot and Gilbert Merlio

Diese Festschrift, die Gérard Raulet zu seinem 65. Geburtstag gewidmet ist, will den Dank des engeren Kreises seiner Kollegen und Schüler zum Ausdruck bringen, die von seiner Lehre und vom wissenschaftlichen Austausch mit ihm, insbesondere im Rahmen der von ihm 1982 gegründeten Groupe de recherche sur la culture de Weimar an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris, entscheidende Anregungen erfahren haben. Die hier versammelten 27 Beiträge können nur einen bescheidenen Ausschnitt aus dem umfassenden Forschungsfeld widerspiegeln, das ihm zu seiner internationalen Anerkennung als Germanist, Ideengeschichtler und Philosoph verholfen hat.


Ce volume d’hommage dédié à Gérard Raulet à l’occasion de son soixante-cinquième anniversaire exprime la reconnaissance du cercle proche des collègues et élèves qui ont pu bénéficier de son enseignement et des échanges scientifiques entretenus avec lui, notamment au sein du Groupe de recherche sur la culture de Weimar qu’il a créé dès 1982 auprès de la Maison des Sciences de l’Homme de Paris. Les 27 contributions qui y sont réunies s’efforcent de donner un modeste reflet de l’immense champ des recherches qui lui a valu sa réputation internationale de germaniste, d’historien des idées et de philosophe.

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Hesse für Eliasleser Der Steppenwolf zwischen Psycho- und Soziogenese: Daniel Meyer

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Sexualität spielt in Hermann Hesses letztem großem Roman der Weimarer Zeit, Narziß und Goldmund, eine nicht unbedeutende Rolle. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kloster tritt Goldmund in eine halb wilde, halb bäuerliche Welt ein, die ihn von einem sexuellen Abenteuer zum nächsten führt. Zunächst sind es junge Bäuerinnen, die ihm diese Abenteuer gewähren. Hesse zeichnet hier das Bild eines spontanen, schamlosen Umgangs mit der Sexualität. Dies ändert sich erst, als Goldmund vor dem Einbruch des Winters in einer Burg haltmacht, wo die zwei jungen Töchter des Burgherren nur sehr zögernd dem Charme des Jünglings nachgeben. Der Höhepunkt bildet eine nächtliche Pettingszene zu dritt, danach wird Goldmund von der Burg verwiesen, eine Burg, die „ein etwas befestigter geräumiger Bauernhof“1 war, wobei diese kurze Beschreibung auch den Übergang von einer Agrar- zu einer Feudalgesellschaft verbildlicht. Nach zwei Jahren Wanderung gelangt Goldmund in eine Stadt, wo er bei einem Holzschnitzmeister eine künstlerische Ausbildung erhält. Dieser verfügt ebenfalls über eine schöne Tochter, und Goldmund ist in ihrem Fall mit etwas Neuem konfrontiert: „Eine große Ruhe und Unschuld, eine Zucht und Reinheit, und dennoch keine Kindlichkeit, sondern hinter aller Artigkeit und Sitte eine versteckte Kälte, ein Hochmut“.2 Die Veränderungen im Sexualverhalten der Frau werden hier mit dem sozialen Gefüge, in das sie sich einreihen, auch diachron in Verbindung gebracht: Im Frühstadium gibt es keine Hemmungen, im feudalen System hingegen...

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