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Kritikfiguren / Figures de la critique

Festschrift für Gérard Raulet zum 65. Geburtstag / En Hommage à Gérard Raulet

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Edited By Olivier Agard, Manfred Gangl, Françoise Lartillot and Gilbert Merlio

Diese Festschrift, die Gérard Raulet zu seinem 65. Geburtstag gewidmet ist, will den Dank des engeren Kreises seiner Kollegen und Schüler zum Ausdruck bringen, die von seiner Lehre und vom wissenschaftlichen Austausch mit ihm, insbesondere im Rahmen der von ihm 1982 gegründeten Groupe de recherche sur la culture de Weimar an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris, entscheidende Anregungen erfahren haben. Die hier versammelten 27 Beiträge können nur einen bescheidenen Ausschnitt aus dem umfassenden Forschungsfeld widerspiegeln, das ihm zu seiner internationalen Anerkennung als Germanist, Ideengeschichtler und Philosoph verholfen hat.


Ce volume d’hommage dédié à Gérard Raulet à l’occasion de son soixante-cinquième anniversaire exprime la reconnaissance du cercle proche des collègues et élèves qui ont pu bénéficier de son enseignement et des échanges scientifiques entretenus avec lui, notamment au sein du Groupe de recherche sur la culture de Weimar qu’il a créé dès 1982 auprès de la Maison des Sciences de l’Homme de Paris. Les 27 contributions qui y sont réunies s’efforcent de donner un modeste reflet de l’immense champ des recherches qui lui a valu sa réputation internationale de germaniste, d’historien des idées et de philosophe.

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Person und Persona Rendez-vous der Gefühle in einer deutsch-französischen Philosophischen Anthropologie: Thomas Keller

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Die Kontrastierung der Person, dem einzigartigen, sozial eingebetteten und moralisch verantwortlichen Menschen, und der Persona, dem rollenspielenden, gegen Demütigung gewappneten Menschen, scheint mit dem Riss zusammenzufallen, der zwischen den religiösen bzw. den metaphysischen Begründungen und den lebenswissenschaft-gesellschaftlichen Fundierungen in der philosophischen Anthropologie verläuft, also zwischen Scheler und Landsberg auf der einen Seite und Plessner, Löwith und Gehlen auf der anderen. Eine solche Sichtweise geht allerdings darüber hinweg, dass Scheler biologische Erkenntnisse auf humanwissenschaftliche Kontexte überträgt, um herkömmliche Geistvorstellungen zu entmachten. Umgekehrt sind in Plessners Anthropologie kreatürliche Impulse wichtig, man denke nur an Lachen und Weinen, die dem bewussten kontrollierten Rollenspiel entzogen sind. Die Unterscheidung und die jeweilige Gewichtung von Person und Persona mögen geeignete Kriterien sein, um die Philosophische Anthropologie in mehr kreatürliche und mehr Künstlichkeit betonende und gesellschaftsorientierte Tendenzen zu sortieren. Dies verstellt aber auch den Blick auf die Verschränkung beider.

Die Rede von der Gründertrias Scheler, Plessner und Gehlen täuscht. Die drei verbindet nur die These, die Natur des Menschen sei die Kultur. Plessner und Gehlen und auch Löwith rücken den Personbegriff von einem Schichtenmodell ab, in dem die Geistsphäre den krönenden Abschluss des Menschen bildet. Scheler und Plessner ist indessen die Auslotung von Gefühlen gemeinsam, was sie von Gehlen abhebt. Die Gefühle sind doppelt angelegt: Sie werden körperlich empfunden und mit Abstand am eigenen Leib wahrgenommen. Scheler fügt zwar in seiner Sympathielehre...

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