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Ethik – Demokratie – Behinderung

Inklusive Pädagogik auf der theoretischen Grundlage von Disability Studies

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Björn Eisenmann

Ausgehend von der These, Demokratie brauche eine entsprechende Erziehung, wird angenommen, dass dies besonders für eine Demokratie gilt, die sich der Inklusion verpflichtet fühlt. Über eine historische Analyse exemplarischer Ethiken wird deutlich, dass hier in der Vergangenheit Menschen mit Behinderungen Menschenrechte nicht in vollem Umfang zugesprochen wurden. Daher wird die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen beleuchtet. Auf Basis der Disability Studies wird herausgearbeitet, welche Schnittmengen bereits in demokratiepädagogischen und inklusiven Ansätzen von Erziehung zu erkennen sind, wo aus dieser Perspektive noch Desiderate zu beklagen sind und wie diese überwunden werden können. Das bestehende Schulsystem scheint der Inklusion nicht gerecht zu werden.
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I Ethik und Demokratie

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1. Das Problem der Ethik

In einem Abschnitt der Geschichte, der sich dadurch auszeichnet, dass die von Nietzsche geforderte Suche nach dem Übermenschen (Nietzsche 2005, 9; 36) durch den biologisch-technologischen Fortschritt neue, nie da gewesene Dimensionen angenommen hat2, ist der Ruf nach einer veränderten Leitmetaphorik logisch nicht weit entfernt (Thomä 2003, 51).

Wenn nun im Folgenden nach dem Wesen von Ethik gefragt werden soll und deren problematische Konstruktionen herausgearbeitet werden, muss dies kontextuell geschehen, also die Frage nach dem »was ist Ethik heute, was ist heute problematisch an ihr?« als Ausgangsfokus behandeln. Da das heutige Verständnis von Ethik jedoch transformativ zu sehen ist (Deissler 2005, 19ff), kann dies nicht ohne eine kritische Betrachtung historischer Prozesse von statten gehen, um ein umfassendes Bild von Ethik zu erhalten3. Darum wird im Folgenden Ethik weniger als die Lehre von den Sitten herausgearbeitet, vielmehr soll das Wesen der Ethik als solches im Kontext historischer Veränderungen zu Tage gefördert werden.

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