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Ethik – Demokratie – Behinderung

Inklusive Pädagogik auf der theoretischen Grundlage von Disability Studies

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Björn Eisenmann

Ausgehend von der These, Demokratie brauche eine entsprechende Erziehung, wird angenommen, dass dies besonders für eine Demokratie gilt, die sich der Inklusion verpflichtet fühlt. Über eine historische Analyse exemplarischer Ethiken wird deutlich, dass hier in der Vergangenheit Menschen mit Behinderungen Menschenrechte nicht in vollem Umfang zugesprochen wurden. Daher wird die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen beleuchtet. Auf Basis der Disability Studies wird herausgearbeitet, welche Schnittmengen bereits in demokratiepädagogischen und inklusiven Ansätzen von Erziehung zu erkennen sind, wo aus dieser Perspektive noch Desiderate zu beklagen sind und wie diese überwunden werden können. Das bestehende Schulsystem scheint der Inklusion nicht gerecht zu werden.
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II Inklusive Pädagogik auf der Grundlage von Disability Studies

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1. Über die Convention on the rights of persons with disabilities und Inklusion

In der Vergangenheit stellten die rund 600.000.000 Menschen mit Behinderungen eine Minderheit dar, die quasi nicht wahrgenommen wurde (Kallehauge 2009, 195). Dies – so das Ergebnis der Diversity Studies – ist darauf zurückzuführen, dass „die Norm einer Gesellschaft durch eine als dominant zu bezeichnende Gruppe (…), [die] ohne Körperbehinderung lebt“, konstruiert wird (Jennessen 2010, 122). Die Forderung nach einer Menschenrechtskonvention, die sich speziell der Belange von Menschen mit Behinderungen annimmt, ist nicht neu und wurde schon in den 1980er Jahren gefordert (Degener 2006, 104). Erklärtes Ziel dieser Konvention sind rechtlich bindende Normen, die Menschen mit Behinderungen Schutz und selbstbestimmte Teilhabe garantieren (Kallehauge 2009, 198). Innerhalb der Independent Living Bewegung, die zu einem großen Teil dazu beigetragen hat, dass eine solche Konvention entstehen konnte, wurden Inklusion und volle Teilhabe zu allen Zeiten als ein Traum angesehen, ein Traum, den es durch gemeinschaftliches Handeln zu realisieren gilt (Hasler 2003, o.S.).

Es ging bei diesem Entstehungsprozess zu keiner Zeit darum gesondertes Menschenrecht zu entwerfen oder zu vertreten (Degener 2006, 106), es sollte nur gewährleistet sein, dass Menschen mit Behinderungen voll emanzipiert Teilhabe an den allgemein anerkannten Menschenrechten haben (Kallehauge 2009, 199). Somit war klar, dass sich eine Konvention „auf alle denkbaren Lebensbereiche, die von Menschenrechten erfasst werden“ erstrecken soll (Aichele 2009, 205). Erklärtes Ziel war es in jeder Phase der Entstehung, volle Teilhabe zu erfahren, gleichberechtigt behandelt zu werden und...

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