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Verzauberte und unverzauberte Welten

Studien zum polnischen und deutschsprachigen Volksmärchen

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Katarzyna Grzywka-Kolago

Die in diesem Buch versammelten Beiträge deuten auf die Vielschichtigkeit der Märchenproblematik hin und verweisen schnittpunktartig auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede in dem aus dem polnischen und dem deutschsprachigen Kulturkreis stammenden Forschungsmaterial. Im Fokus des Bandes stehen nicht nur unterschiedliche Aspekte der Märchenthematik (Helfer, Natur, Sachwelt, Raum, Sprechen, Musizieren, Bestrafen im Märchen), sondern auch die polnischen und deutschsprachigen Märchensammler und -forscher, besonders die Brüder Grimm, Oskar Kolberg, Max Lüthi und Julian Krzyżanowski. Eingegangen wird ferner auf das in Herman Grimms autobiographischen Texten gezeichnete Bild der Grimm-Familie sowie auf die kulturelle Bedeutung der am Anfang des 19. Jahrhunderts nach Warschau gekommenen Familie deutscher Abstammung namens Kolberg.
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I. Einführung

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Das Märchen verzaubert und richtet die Hoffnung somit auf die Existenz des Zaubers und damit des Irrationalen und Imaginierten. Denn oft und gerne wird in den Volkmärchen auf zauberhaft anmutende Art und Weise geholfen, kommuniziert und bestraft. Mit Vorliebe erzählt das Märchen von zauberhaften Tieren, Pflanzen, Gegenständen oder Musik, die immer dann und dort auftauchen, wann und wo sie benötigt werden und dem Helden unentbehrlich sind. Denn alles scheint im Märchen möglich zu sein; alles, was den Helden in vielerlei Hinsicht aufsteigen lässt und ihn von Nöten und Sorgen des Alltags befreit – den Märchenhelden, aber damit auch jeden Märchenleser oder -hörer, der im Stande ist, an das Vorhandensein des Zaubers im Leben zu glauben. Und auch darin liegt der Zauber des Märchens.

Der vorliegende Band enthält verschiedenartige Beiträge zu unterschiedlichen Aspekten der Märchenproblematik, die ich in den letzten dreizehn Jahren, also zwischen 2001 und 2013, verfasst und in den in Polen und im deutschsprachigen Raum herausgegebenen, wissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelbänden publiziert habe. Sie entsprechen – bis auf Druckfehlerverbesserungen, Kürzungen und geringfügige inhaltliche Korrekturen oder Nachträge – dem jeweiligen Erstdruck. Eine Ausnahme bilden in dieser Hinsicht fünf Studien, nämlich Über die Brüder Grimm, Oskar Kolberg und ihre Vorläufer, oder: Wie man in Europa Volksmärchen zu sammeln begann; Fryderyk Chopin und die Familie Kolberg; „Für eine freundliche Auskunft würden wir Ihnen besten...

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