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Verzauberte und unverzauberte Welten

Studien zum polnischen und deutschsprachigen Volksmärchen

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Katarzyna Grzywka-Kolago

Die in diesem Buch versammelten Beiträge deuten auf die Vielschichtigkeit der Märchenproblematik hin und verweisen schnittpunktartig auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede in dem aus dem polnischen und dem deutschsprachigen Kulturkreis stammenden Forschungsmaterial. Im Fokus des Bandes stehen nicht nur unterschiedliche Aspekte der Märchenthematik (Helfer, Natur, Sachwelt, Raum, Sprechen, Musizieren, Bestrafen im Märchen), sondern auch die polnischen und deutschsprachigen Märchensammler und -forscher, besonders die Brüder Grimm, Oskar Kolberg, Max Lüthi und Julian Krzyżanowski. Eingegangen wird ferner auf das in Herman Grimms autobiographischen Texten gezeichnete Bild der Grimm-Familie sowie auf die kulturelle Bedeutung der am Anfang des 19. Jahrhunderts nach Warschau gekommenen Familie deutscher Abstammung namens Kolberg.
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1.8. „Für eine freundliche Auskunft würden wir Ihnen besten Dank wissen“. Zu Oskar Kolbergs Korrespondenz mit dem Leipziger Verlag Breitkopf und Härtel

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1.8. „Für eine freundliche Auskunft würden wir Ihnen besten Dank wissen“.71 Zu Oskar Kolbergs Korrespondenz mit dem Leipziger Verlag Breitkopf und Härtel

I

Aus meinen bisherigen Forschungen geht eindeutig hervor, dass Oskar Kolberg (1814–1890) und seine engste Familie, das heißt seine Eltern und die Brüder Wilhelm (1807–1877) und Antoni (1815–1882), zum Freundeskreis der Familie Chopin gehörten. Diese enge Verbindung der beiden Familien bezieht sich ← 104 | 105 → auf die Jahre 1810–1830, die Fryderyk Chopin in Warschau verbrachte, insbesondere aber auf jene Zeit, als die Kolbergs und die Chopins in demselben Gebäude des auf dem Gelände der Universität Warschau gelegenen Kazimie­rzowski-Palais wohnten und miteinander verkehrten, zum Beispiel gemeinsam Musikabende besuchten, die Oskars Mutter Karolina Fryderyka Kolberg organisierte. Viele bedeutende Vertreter der polnischen Kultur nahmen an ihnen teil, und hier konnten die Mitglieder der Kolbergschen Familie dem Klavier spielenden Chopin zuhören. Die unter solchen Umständen geknüpfte Bekanntschaft und (im Falle Wilhelms und Oskars) Freundschaft wurde dann fortgesetzt und um neue Aspekte, nämlich die der Faszination, Bewunderung, ja, Verehrung, bereichert. Was daraus resultierte, war ein ernsthaftes Interesse an der künstlerischen Entwicklung Chopins und die geradezu an eine Obsession grenzenden Bemühungen um eine wahrheitsgetreue Darstellung des Chopinschen Lebens und eine weitgehend korrekte und vollständige Veröffentlichung seiner Werke. Deswegen korrespondierte Oskar mit Chopins Biographen Marceli Antoni Szulc und Maurycy Karasowski und machte sie auf die in ihren Publikationen vorhandenen...

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