Show Less
Restricted access

Arthur Stadthagen – Ausgewählte Reden und Schriften 1890–1917

Edited By Holger Czitrich-Stahl

Das Buch befasst sich eingehend mit Arthur Stadthagen (1857–1917), der als erster sozialdemokratischer Jurist im Deutschen Reichstag am Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) mitwirkte. In seinen «Ausgewählten Reden und Schriften 1890–1917» wird sein politisches Wirken für eine demokratische Justiz, für soziale Gerechtigkeit und ein fortschrittliches Arbeitsrecht, für Frieden und gegen Militarismus, für eine fortschrittliche Sozialdemokratie und für demokratischen Sozialismus deutlich. Die von Czitrich-Stahl ausgewählten Reden, Schriften und Briefe geben einen repräsentativen Überblick über Stadthagens gesamte Schaffensbreite als «Anwalt der Armen und Rechtslehrer der Arbeiterbewegung» und dokumentieren sein Wirken als Politiker, Jurist und Parteirepräsentant der Sozialdemokratie im Kaiserreich Wilhelms II.
Show Summary Details
Restricted access

0. Einleitung

Extract



Anlässlich der Edition der „Ausgewählten Reden und Schriften 1890–1917“ des sozialdemokratischen Juristen und Reichstagsabgeordneten Arthur Stadthagen möchte ich an dieser Stelle vorweg einige Ergebnisse meiner Forschungen über den sozialdemokratischen Juristen und Reichstagsabgeordneten Arthur Stadthagen zusammenfassen, die ich in einer politischen Biographie und als Dissertation eingereicht habe. Nach dieser komprimierten biographischen Darstellung werde ich auf die ausgewählten Quellen näher eingehen.

Arthur Stadthagen (23.5.1857–5.12.1917) wurde als dritter Sohn des promovierten Orientalisten, Sprachlehrers und zeitweiligen Rabbiners Dr. David Stadthagen und dessen erster Frau Berta, geb. Rieß, Kaufmannstochter aus Lenzen an der Elbe, in Berlin geboren. Er besaß insgesamt vier Geschwister, zwei weitere Kinder starben früh. Seine Mutter Berta verstarb, als Arthur und sein Zwillingsbruder Emil gerade fünf Jahre alt waren. Der Vater heiratete ein zweites Mal. Die sich durch die ständig vergrößernde Zahl der Familienmitglieder ergebenden häufigen Wohnungswechsel, der frühe Tod der Mutter und die enorme Bildungsbeflissenheit der Familie Stadthagen sind auffallend am Sozialisationsprozess Arthur Stadthagens.

Arthur Stadthagen besuchte das Friedrichs-Gymnasium in Berlin-Mitte – das Gebäude ist der heutige Sitz der Ullstein-Verlagsgruppe – von der Vorschule an bis zum Abitur 1876. Dort erwarb er sich eine beträchtliche Sprachkenntnis und ein hohes Maß an humanistischer und klassischer Bildung. Nach seinem Abitur nahm er das Stadium der Rechtswissenschaften an der Friedrich Wilhelm-Universität zu Berlin – der heutigen Humboldt-Universität – auf, unterbrochen durch das den Kindern von Begüterten vorbehaltene „Einjährige“ als militärische Grundausbildung. 1879...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.