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Reformmodelle in der Berufsorientierung

Das Beispiel der Patenschaft

Lothar Beinke

Die Berufsorientierung als Aufgabe für die Schule hat sich durchgesetzt. Trotz der sich häufenden Modelle bleiben die Erwartungen, die Ausbildungsabbrüche durch die verstärkten Aktivitäten zu reduzieren, unerfüllt. Zwar stehen neben neuen und erweiterten Diagnoseverfahren die Betriebspraktika noch immer als Erfolgsfaktoren im Mittelpunkt, um Berufsentscheidungen zu individualisieren. Doch als Informationssucher stehen die Jugendlichen in den Betrieben oft vor für sie schwer zu verarbeitenden Eindrücken, die die hochindustrialisierte Welt der modernen Produktionsstätten darstellen. Hier bietet das Modell der Patenschaften die entscheidende Hilfe zur Reduktion der Komplexität: Die Schüler werden von Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr (Paten) betreut, die ihnen während der Praktikumswochen auch in der Berufsschule beratend und informierend zur Seite stehen. Die Paten werden somit Experten der betriebsorientierten Berufsorientierung.
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Eine kommentierte Auswahl von Interviews mit den Paten (Exempel)

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Pate 1

Alessa, haben Sie schon früher so eine Betreuung von jüngeren Menschen, z.B. einer religiösen Gruppe in einer Kirche oder einem Sportverein o.ä. gemacht?

„Nein, habe ich nicht, also keine Praktikanten oder in der Art etwas gemacht.“

Konnten Sie mit der Schülerin schnell Kontakt bekommen? Oder wie war das am Anfang? Schildern Sie das doch einmal.

„Die Praktikantin, die ich jetzt habe, ist auf jeden Fall sehr nett und redet auch und sagt auch, was sie möchte und was sie denkt, und das gefällt mir gut.“

Mussten Sie viele Fragen beantworten und fanden Sie das schwer, oder war es für Sie leicht?

„Für mich ist es leicht, weil ich ja auch schon im zweiten Ausbildungsjahr bin und alle Fragen, die sie mir gestellt hat, konnte ich auch beantworten.“

Die Stimmung zwischen Ihnen, wie war die, z.B. kann es sein, dass Sie die Chefin waren, dass es kameradschaftlich war oder dass es freundschaftlich war, oder eine andere Form? Sagen Sie doch mal, wie Sie das Verhältnis zu Ihrer Praktikantin einschätzen.

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