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Reformmodelle in der Berufsorientierung

Das Beispiel der Patenschaft

Lothar Beinke

Die Berufsorientierung als Aufgabe für die Schule hat sich durchgesetzt. Trotz der sich häufenden Modelle bleiben die Erwartungen, die Ausbildungsabbrüche durch die verstärkten Aktivitäten zu reduzieren, unerfüllt. Zwar stehen neben neuen und erweiterten Diagnoseverfahren die Betriebspraktika noch immer als Erfolgsfaktoren im Mittelpunkt, um Berufsentscheidungen zu individualisieren. Doch als Informationssucher stehen die Jugendlichen in den Betrieben oft vor für sie schwer zu verarbeitenden Eindrücken, die die hochindustrialisierte Welt der modernen Produktionsstätten darstellen. Hier bietet das Modell der Patenschaften die entscheidende Hilfe zur Reduktion der Komplexität: Die Schüler werden von Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr (Paten) betreut, die ihnen während der Praktikumswochen auch in der Berufsschule beratend und informierend zur Seite stehen. Die Paten werden somit Experten der betriebsorientierten Berufsorientierung.
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Rückblick

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Das Schlusskapitel, das die Diskussion über die zeitlichen und inhaltlichen Veränderungen in der Struktur- und Zielfindung der Schülerbetriebspraktika behandelt, fasst die zentralen Punkte zusammen.82 Im ersten Teil des Buches wurde das Gesamtthema, sein Bezug zu „klassischen“ Modellen und die beginnende Auseinandersetzung mit der Berufsorientierung an Gymnasien behandelt. Im zweiten zentralen Teil erfasst es den gegenwärtigen Stand der Diskussion, die die individuelle Hilfe durch nichtprofessionelle „Experten“ – hier „Paten“ – zum Gegenstand hat. Diese auf dem Peergedanken basierende Hilfe wäre – nach erfolgreichen Implementationen – dann eine integrierte Funktion. Der Modellversuch dazu, der in diesem Bande als zweiter Teil zur Diskussion gestellt wird, zeigt im Ergebnis, dass er zu einer erfolgreichen Variation der vorliegenden Modellverschläge führen kann. Zumindest kann er der kontur- und wissenschaftslosen Flut von eher handwerklichen – der den Schulen vertrauten – Konstruktionen Einhalt gebieten. Die Diskussion um die Berufsorientierung an Gymnasien versucht am Ende dieses Abschlusskapitels auf einen speziellen Entwicklungspfad hinzuführen.

Thematisierung einer besonders schwierigen Baustelle der Vermittlung von berufswahlrelevanten Informationen: die Gymnasien

Nach einer Analyse des Zustandes der Berufsorientierung von Wolfgang Müller in den Gymnasien83 gibt es zwar Ausnahmen in den Gymnasien, in denen Maßnahmen zur Berufsorientierung durchgeführt würden, diese aber in aller Regel im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft ein Schattendasein in Randbereichen des Schullebens führten.84

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