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Die Grenzen der Erkenntnis und dahinter

Zur Klärung der erkenntnistheoretischen Grundlage des religiösen Glaubens- Das System der Philosophie III

Abraham Ehrlich

Mit diesem letzten Band des Systems der Philosophie erreichen wir den Abschluss des systematischen Gedankengangs, der uns zum vertieften Verständnis des Wesens der Philosophie führt. Dieser Abschluss ist jedoch kein Schlusspunkt; er soll uns zurück zum Ansatzpunkt der Philosophie führen. Denn nun müsste klar geworden sein, was man mitbringen muss, um den Weg des Lebens beschreiten zu können: die Einsicht, dass man in einer Wirklichkeit lebt, die man nicht geschaffen hat, und dass man nicht in deren Zentrum steht bzw. stehen kann. Es ist gleichzeitig die Einsicht, dass unsere eigentümliche Aufgabe darin besteht, uns in diese Wirklichkeit wesensmäßig zu integrieren. Damit ist die unbedingte, verbindliche persönliche Bereitschaft zur Selbstreflexion und Selbsterkenntnis wesentlich verbunden.
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III. Religion, der religiöse Glaube und der Monotheismus

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1. Die erste Frage, die wir in diesem Zusammenhang klären müssen, ist, was wir unter „religiösem Glauben“ und „Religion“ verstehen.

Wenn wir vom religiösen Glauben reden, meinen wir die Wahrnehmung von etwas in der Welt, das in jeder oder in bestimmter Hinsicht übermenschlich mächtig ist, etwas, das so wahrgenommen wird, das uns persönlich und kollektiv unbedingt angeht und uns verpflichtet.

Dieses Etwas kann eine Naturkraft, ein Himmelskörper oder eine vom Menschen als Ausdruck des tiefen Glaubens erzeugtes Objekt sein, das religiöse Macht darstellt. Sie alle stellen das Göttliche selbst dar oder vermitteln auf eine bestimmte Weise zwischen dem Glaubenden und dem Göttlichen.

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