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Max Regers Musik

Eine Studie zu Regers Musikdenken

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Hans-Peter Retzmann

Die Komplexität der Musik Max Regers ist nicht leicht zu durchdringen. Hans-Peter Retzmann versucht diese schwierige Aufgabe zu lösen, indem er kompositorische und musikästhetische Fragestellungen mit Regers eigenem Wort entwickelt. Aus dem Zusammenwirken von Regers kompositorischen und ästhetischen Denkweisen entsteht ein Ansatz, die Verbundenheit von Musik und Sprache zu lösen, um einen religiösen Gehalt auch ohne sprachlichen Bezug in seiner Musik zu sichern. Regers Aussage von Musik ist eine musikalisch-religiöse, die sich letztlich in der Synthese dichterischer Konzepte in der Musik niederschlägt. Seine technischen Errungenschaften führen dabei an die Grenzen des Machbaren. Die Konzeption von Regers Musik produziert in ihrer Querständigkeit einen Kontrapunkt zum gewöhnlichen musikalischen Denken und Empfinden. Sie fordert uns bis heute dazu heraus, sich mit ihr auseinanderzusetzen.
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II. Positionen in Regers musikalischem Denken

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Musikalisches Denken, Verfahren und musikalische Sinnhaftigkeit sind die Stichworte für die einzelnen Abteilungen dieses Kapitels, das sich in zentraler Stellung dieser Untersuchung mit Voraussetzungen und Entwicklungszügen zu Max Regers Musikanschauung auseinandersetzen will. Regers musikalische Denkart bildet somit die Ausgangslage für sein musikalisches Handeln sowie die für ihn notwendigen kompositorischen Strategien. Das Gedankengut seiner Lehrers Hugo Riemann, Regers daraus entwickelte Gegenposition und sein Entwurf eines Bach-Bildes, das besonders durch die Neubewertung des musikalischen Handwerks geprägt ist, sind die prominentesten Inspirationen zu seiner Denkhaltung. Aus gesicherter Quellenlage heraus lässt sich nachvollziehen, aus welchem Material Reger seine Musik generiert und es gilt daran aufzuzeigen, mit welchen Verfahrensweisen er operiert und zu welchen musikalischen Gültigkeiten er für sich dadurch gelangt. Unter dem Blickwinkel musikästhetischer Betrachtung geht es schließlich um Sinn und Aussage in seiner Musik. Regers Eigenpositionierung zu musikästhetischen Fragestellungen seiner Zeit führt zu einer Musikanschauung als einer generativen Fortsetzung deutscher Musiktradition – freilich unter neuartigen Gegebenheiten – mit der Intention, diese Musik als ästhetisch gleichwertig bestehen zu lassen. Musikalisches Komponieren bei Reger wird in letzer Konsequenz zu einer Inszenierung künstlerischer Freiheit und musikalischer Phantasiehaftigkeit, wie sie sich schließlich in seinen eigenen Begrifflichkeiten konkretisiert.

Beim Reden über Musik, erst recht aber beim Qualifizieren seiner eigenen Musik spricht Reger gewissermaßen eine neue Sprache. Nicht dass er ein neuartiges Vokabular oder neu definierte Begrifflichkeiten zu musikalischen Sachverhalten systematisiert hätte. Prinzipiell spricht er über Musik nicht nur mit konventionellem musikalischem Vokabular,...

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