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Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

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Edited By Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
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Medien.Verwaltung 1914–1918. Das k.u.k. Kriegspressequartier

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Walter Reichel

Medien. Verwaltung 1914–1918. Das k.u.k. Kriegspressequartier

»Es war der Krieg einer ahnungslosen Generation, und gerade diese unverbrauchte Gläubigkeit der Völker an die einseitige Gerechtigkeit ihrer Sache wurde die größte Gefahr.«

Stefan Zweig: Die Welt von Gestern1

Das Kriegspressequartier (KPQ) war Österreich-Ungarns zentrale militärische Propagandaeinrichtung während des Ersten Weltkrieges. Es koordinierte ab dem Kriegsbeginn zunächst nur die Zeitungsberichterstattung, für die es Journalisten und Schriftsteller heranzog. Im weiteren Kriegsverlauf dehnte es seinen Aufgabenbereich aus und erweiterte sein Aufgabenspektrum. Ausgehend von der Zeitungsjournalistik – dem zentralen Leitmedium am Beginn des Jahrhunderts und zu Beginn des Krieges – bündelte das KPQ bis zum Ende des Krieges alle damals zur Verfügung stehenden medialen Ausdrucksformen und entwickelte sich so zu einer umfassenden Informations- und Propagandaeinrichtung. Als solche stellte es etwa die Disziplinen Malerei, Fotografie, Film, Musik, Theater, Bildhauerei und Kunstgewerbe in seinen Dienst. Darüber hinaus übte es die Zensur im Bereich der militärischen Berichterstattung bzw. in allen militärischen Belangen aus.

Während der Zeit seines Bestehens lässt sich die Entwicklung des KPQ in vier Phasen darstellen, deren Gehalt und Verlauf nicht von der Person der beiden Kommandanten zu trennen sind: Auf Phase I – Einrichtung und Indifferenz (1914) folgte die Phase von Restrukturierung und Passivität (1915–1917), gefolgt von Phase III – Ausbau und Aktivität (1917–1918). Ein abschließendes Ende fand der Prozess schließlich mit Phase IV...

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