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Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

Series:

Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
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Die Kriegsberichterstatterin Margit Vészi zwischen ethischem Journalismus und Propaganda

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Katalin Teller

Die KriegsberichterstatterinMargit Vészi zwischen ethischemJournalismus und Propaganda

1967 publizierte die Dokumentationsstelle des Petőfi Literaturmuseums in Budapest in ihrer Reihe Irodalmi Múzeum (Literarisches Museum) das Heft Emlékezések (Erinnerungen), in dem neben Gesprächen u.a. mit György Lukács auch ­Tagebuchaufzeichnungen von Margit Vészi, die ihrer Beziehung zum Dichter Endre Ady gewidmet waren, sowie Briefe von Ady an Vészi abgedruckt wurden. Der Umstand, dass ausgerechnet diese Dokumente wohl aus drucktechnischen Gründen nur mangelhaft zu lesen sind,1 wodurch ihre wissenschaftliche Verwertbarkeit angesichts der beschädigten Konservierung mehr als zweifelhaft erscheint, und dass gerade das frühe Liebesverhältnis zwischen dem damals bereits gefeierten Ady und der kaum zwanzigjährigen Vészi als thematischer Angelpunkt der Publikation firmiert, ist für die Rezeption und den Stand der Forschung über den literarischen und publizistischen Nachlass der Autorin weitgehend symptomatisch, weil es von einer Ignoranz ihr gegenüber zeugt. In semiwissenschaftlichen Publikationen erreichte sie erst Jahre nach ihrem Tod 1961 die Reizschwelle und auch dann nur im Fahrwasser von Ady bzw. Ferenc Molnár, mit dem sie ein erster und sehr kurzfristiger Ehestand verband. Der Reiz dieser beiden Lebensepisoden mit Ady und Molnár erwies sich so hartnäckig, dass Vészis Spuren in der literaturgeschichtlichen Erinnerung, die über diesen Schriftstellerrand hinausblicken will, nicht zu finden sind.2 Mein Beitrag will diesem Umstand etwas entgegenarbeiten, ← 95 | 96 → indem die publizistische, öffentliche und belletristische Tätigkeit der Autorin in...

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