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Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

Series:

Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
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Der Schmock funèbre. Die Kriegsfeuilletons des Felix Salten

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Alfred Pfoser

Der Schmock funèbreDie Kriegsfeuilletons des Felix Salten1

Felix Salten, am 6. September 1869 in Budapest geboren, am 8. Oktober 1945 im Zürcher Exil gestorben, lebte bereits seit der Kindheit in Wien. Salten war ein typisches Produkt des literarisch-journalistischen Crossovers in Wien. Nach einem schwierigen beruflichen Start wurde er Theaterkritiker der Wiener Allgemeinen Zeitung, dann Feuilletonist der Tageszeitung Die Zeit und schließlich Theaterredakteur der Neuen Freien Presse. Er publizierte viele Romane, erstellte Bühnenstücke, tat sich als Operettenlibrettist hervor, versuchte sich als Drehbuchregisseur und Filmemacher, war in der Gesellschaft ein viel gefragter Redner und verband sehr erfolgreich ein produktives Wirken in Wien mit dem in Berlin, wo er 1906 bis 1910 als Journalist arbeitete. Salten kann als eine Schlüsselfigur des literarischen Lebens in Wien gelten, erhielt als solcher schon zu Lebzeiten viel Anerkennung und Bewunderung, aber auch viel Kritik und Hohn und erwarb sich die lebenslange Feindschaft von Karl Kraus, der ihm das zweifelhafte Kompliment bescherte: »Salten kann alles.«2 Salten war bekannt dafür, dass er überall mitmischen und von allen geliebt werden wollte, dass er ideologisch sehr wendig war und journalistisch verschiedene, z.T. gegensätzliche Rollen ausfüllen konnte. So bewegte er sich zwischen Herzls Zionismus und der liberal-bürgerlichen Literaturelite von Jung-Wien. Manfred Dickel erklärt seine schillernde Identitätskonstruktion und weltanschauliche Indifferenz aus den Defiziterfahrungen einer elenden Kindheit und einer alles andere als geradlinig verlaufenden Berufskarriere.3 ← 111 | 112 →

Auch im Ersten...

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