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Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

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Edited By Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
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Kulturpolitik am Kriegsschauplatz. Das Fronttheater des KPQ der österreichisch-ungarischen Armee

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Michaela Scharf / Jakob Zenzmaier

Kulturpolitik am KriegsschauplatzDas Fronttheater des KPQ derösterreichisch-ungarischen Armee

Die propagandistischen Maßnahmen, die seitens des k.u.k. Kriegspressequartiers (KPQ) im Verlauf des Ersten Weltkrieges getroffen wurden, waren mannigfaltig und umfassten neben der Kontrolle über die textuelle sowie visuelle Kriegsberichterstattung auch die Organisation des Unterhaltungsangebots für die Soldaten an der Front. Mit der Gründung des Theaterreferats des KPQ im Frühjahr 1917 kam es gewissermaßen zur Institutionalisierung des Kulturbetriebs am Kriegsschauplatz und zur systematischen Planung von Theateraufführungen und ähnlichen künstlerischen Darbietungen für die Heeresverbände.1 Die Fronttheaterinitiativen des KPQ stehen im Zentrum des folgenden Beitrages, der sowohl die seitens des KPQ geleistete organisatorische Arbeit als auch das dargebotene Repertoire in den Blick nimmt, um im Anschluss daran die Funktion und propagandistische Wirkung des kulturellen Angebots für die kämpfenden Truppen zu diskutieren.2

Während das Fronttheater des k.u.k. KPQ ein Forschungsdesiderat darstellt, wurden die spezifischen Ausprägungen des Fronttheaters innerhalb der britischen, französischen und deutschen Armee bereits eingehend behandelt.3 ← 193 | 194 → Martin Baumeister widmet sich bspw. in seiner 2005 publizierten Untersuchung der Unterhaltung für die Front und unterzieht hierfür Pörzgens Ergebnisse einer kritischen Betrachtung.4 Für das Fronttheater innerhalb der österreichisch-ungarischen Armee liegen jedoch bis heute keine umfassenden Studien vor. Die Dissertationsschrift von Klaus Mayer über die Organisation des KPQ beinhaltet nur wenige knappe Angaben zum Fronttheaterwesen.5

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