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Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

Series:

Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
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Fotografien des Ersten Weltkriegs und der Revolutionen (1914–1919)

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Ilona Balog Stemlerné

Fotografien des Ersten Weltkriegsund der Revolutionen (1914–1919)1

In der Verwendung von Fotografien, v.a. in jener der Pressefotos brachte der Erste Weltkrieg in mehrfacher Hinsicht einen Wandel mit sich. Im Mittelpunkt des Interesses der Zeitungen standen die Kriegsereignisse, das Publikum verlangte nach illustrierten Berichten von der Front. Die Kontrolle der Presse wurde während des Krieges von der Pressesubkommission des Kriegsüberwachungskomitees versehen; die Kriegsberichterstatter wurden durch das KPQ vermittelt, dessen Aufgabe in der Organisation der Propaganda bestand.2

Die Zugehörigkeit zum KPQ und die Kriegsberichterstattung galten für Journalisten, Maler, Zeitungsillustratoren und Fotografen – hier v.a. für Fotojournalisten ← 257 | 258 → – als attraktive Aufgabe, da eine derartige Anstellung dank den Begleitoffizieren mit besserer Versorgung einherging als dies in anderen Gebieten des Frontdienstes der Fall war. Die Aufnahme in den Dienst des KPQ war folglich auch nicht so leicht. Nur angesehene Zeitungen mit guten Kontakten konnten ihre Reporter entsenden, die entweder als Reserveoffiziere oder als Wehrpflichtige in Uniform oder, ohne solche Dienstvergangenheit, in Zivil auftreten durften. Das KPQ war für die Aufgabenstellung, für die Bestimmung des Zielortes und der Themenwahl der Text- oder Fotoreportage zuständig. Die Materialien wurden nach ihrer Zensurierung durch das KPQ vor Ort von einem Militärkurier zu den jeweiligen Blättern gebracht. Die Möglichkeiten der Kriegsberichterstatter hingen maßgeblich von der jeweiligen Frontlage ab: Handelte es sich um einen siegreichen Vorstoß, wurden die Berichterstatter mit Vorliebe an den Ort des...

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