Show Less
Restricted access

Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

Series:

Edited By Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
Show Summary Details
Restricted access

»Extraausgabee –!« Vom Medienverbund k.u.k. Kriegspressequartier und seinem technoromantischen Abenteuer 1914–1918

Extract

| 355 →

Peter Plener

»Extraausgabee –!« Vom Medienverbundk.u.k. Kriegspressequartier und seinemtechnoromantischen Abenteuer 1914–1918

»Die Unvorstellbarkeit der täglich erlebten Dinge, die Unvereinbarkeit der Macht und der Mittel, sie durchzusetzen, das ist der Zustand, und das technoromantische Abenteuer, in das wir uns eingelassen haben, wird, wie immer es ausgeht, dem Zustand ein Ende machen.«

Karl Kraus1

Sternenlose Druckerschwärze

Fünf Jahre vor dem Einsetzen der europa- und letztlich nahezu weltweiten Kampfhandlungen wurde in Österreich-Ungarn für einen möglichen Kriegsfall die Einrichtung eines k.u.k. Kriegspressequartiers geplant und – wie es sich für eine ordentliche Verwaltung geziemt – eine Mobilisierungsinstruktion herausgegeben, in der Organisation und Wirkung im Dienste des Generalstabs festgeschrieben wurden. Ein solches KPQ sollte als Instrument der Pressepolitik – direkt dem Armeeoberkommando unterstellt – zur kontinuierlichen Nachrichtenversorgung und gleichzeitig Kontrolle der Presse dienen. Vorgesehen war 19092 die »Aufnahme von Vertretern […] der in- und ausländischen Presse«, ← 355 | 356 → die nur im Ausnahmefall wehrpflichtig sein sollten. An die Vertreter anderer künstlerischer und medialer Disziplinen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gedacht. Somit ging es anfangs lediglich um eine Vorstellung von der Zeitung als Leitmedium, weshalb in erster Linie Journalisten herangezogen werden sollten. 1914 wurde die Mobilisierungsinstruktion umgesetzt, ohne dass zu diesem Zeitpunkt eine Idee davon bestanden haben kann, an welche medialen Logiken und Eigenwilligkeiten – wie auch und insb. jene der Rezipierenden – man hier auf welche Weise tatsächlich rührte. Die Meister der Zensur wurden zu technoromantischen Zauberlehrlingen. Den rettenden Spruch,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.