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Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

Series:

Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
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Vorwort

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Eine Mischung aus Medien- und Sozialgeschichte, wie sie als Orientierung für zeitgenössische Untersuchungen zur Kriegspropaganda dienen kann, stand am Anfang der Überlegungen zur Konferenz »Vor den Gedenkjahren. Forschungstendenzen, Forschungsdesiderate zum Ersten Weltkrieg in den Kulturwissenschaften«, die gemeinsam vom Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft (Wien) und vom Germanistischen Institut der Eötvös-Loránd-­Universität (Budapest) im Dezember 2013 abgehalten wurde. Dass die Ergebnisse im daraus hervorgehenden multidisziplinären Konferenzband zu Praktiken und Konzepten österreichischer und ungarischer Medienpolitik von der sprunghaften Entwicklung der Technologien herausgefordert sein werden, war damals noch nicht abzusehen: Nicht nur die fortschreitende Digitalisierung, sondern auch die Verfeinerung der Suchmodalitäten in den Digitalisaten geben ein Jahr nach dem Gedenkjahr Anlass, die Massenpropaganda im Ersten Weltkrieg zum ersten Mal in der Tat in ihrer Massenhaftigkeit wahrnehmen und analysieren zu können.1 Diese Entwicklung wirft jedoch für die Fallstudien des vorliegenden Bandes die folgenschwere Frage auf, wie derzeit Forschungstendenzen zu identifizieren und Forschungsdesiderate zu formulieren sind, die sich unter den stets neu erschlossenen Möglichkeiten der Kontextualisierung und Archivierung behaupten können.

Das Konzept des Bandes ist der Idee verpflichtet, neue Forschungsergebnisse stärker als üblich in zwei Richtungen zu entgrenzen. Einerseits sollte eine Art vorläufige Bilanz mit Blick auf die Quellenlage und Methodik der einzelnen Forschungsrichtungen, insb. der bislang nur auf Ungarisch vorliegenden Ansätze gezogen werden. Einige Themenfelder der Kriegspropaganda gelten zwar in mancher Hinsicht als bereits erforscht, müssen aufgrund der Kontextualisierung durch mediale...

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