Show Less
Restricted access

Die Abtönungspartikeln im DaF-Unterricht

Zur Effektivität der methodischen Vermittlung von Partikelbedeutungen

Series:

Manja Montag

Die Abtönungspartikeln sind in der deutschen Sprache allgegenwärtig. Sie haben einen hohen kulturspezifischen Wert und erfüllen wichtige kommunikative Funktionen. Deutsche Muttersprachler verwenden sie ebenso häufig wie unbewusst. Schon seit den 1960er Jahren erforschen Linguisten daher die deutschen Abtönungspartikeln und betonen stets den hohen Schwierigkeitsgrad bei der methodischen Vermittlung der Partikeln im DaF-Unterricht. In den Dialogen der modernen Lehrwerke sind die Partikeln stark präsent, auch erste didaktische Ansätze zur Vermittlung bestehen schon. Viele DaF-Lehrkräfte kennen die Partikelfunktionen jedoch nicht, weshalb sie die Abtönungspartikeln nur selten unterrichten. Das Wissen darum ist in der Didaktik kaum zugänglich und die vorhandenen didaktischen Ansätze zur Partikelvermittlung führen nicht zum Lernerfolg. Der Anspruch dieser Arbeit besteht darin, die Erkenntnisse der Partikelforschung in den modernen Sprachunterricht zu integrieren, indem verschiedene Lehrmethoden entwickelt werden, mit denen die Partikeln lernergerecht und einfach vermittelt werden können. Das Ziel ist es, vielfältige und flexible Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Lehrkräfte die Abtönungspartikeln im kommunikativen und sprechhandlungsorientierten DaF-Unterricht explizit vermitteln können.

Dieser Band schließt die Reihe ab.

Show Summary Details
Restricted access

1 Die Abtönungspartikeln im Deutschen – eine Besonderheit

Extract

Vielen Deutschen ist nicht bewusst, wie häufig sie die Abtönungspartikeln benutzen. Wenn jemand einem linguistisch ungeschulten deutschen Muttersprachler sagen würde, er dürfte ab heute keine Abtönungspartikeln mehr verwenden, hätte er fortan große Schwierigkeiten, einfachste Gespräche mit Freunden, Kollegen, Bekannten und der Familie zu führen. Sehr wahrscheinlich würden seine Äußerungen anders interpretiert oder missverstanden werden und der Deutsche hätte das unbehagliche Gefühl, nicht den vollen Inhalt dessen, was er zu kommunizieren wünscht und gewohnt ist, ausdrücken zu können.

Wie sehr der Gebrauch der Abtönungspartikeln im Deutschen konventionalisiert und sprachcharakteristisch – ja sogar unverzichtbar – ist, lässt sich ganz leicht durch unterschiedliche Tests nachweisen. Ein sehr einfach durchzuführender und m.E. sehr überzeugender Test ist der „Selbsttest“, wie ich ihn nenne. Ein Deutscher, der eine Unterhaltung in einer Fremdsprache mit anderen (muttersprachlichen) Sprechern der selben Fremdsprache führt, gelangt irgendwann an den Punkt, an dem er in der Fremdsprache ein adäquates Äquivalent zu einer Abtönungspartikel sucht, weil er das Gefühl hat, nicht das ausdrücken zu können, was er mithilfe der entsprechenden Partikel im Deutschen auszudrücken pflegt.2 Meistens findet dieser kein Äquivalent und ertappt sich dann selbst dabei, die fehlende Partikel in der Fremdsprache zu paraphrasieren oder durch andere sprachliche Hilfsmittel und scheinbar passende Wörtchen ← 15 | 16 → zu kompensieren, weil sonst das unbehagliche Gefühl einer nicht geglückten Aussage zurückbleibt. Auch Beerbom hat dieses Phänomen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.