Show Less
Restricted access

Managementprognosen und Analystenschätzungen

Empirische Untersuchung zum Prognoseverhalten von Unternehmen und Finanzanalysten

Series:

Kai Lehmann

Managementprognosen sind ebenso wie die Schätzungen von Finanzanalysten eine wesentliche Informationsquelle beim Kapitalallokationsprozess von Investoren. Allerdings sind sowohl Unternehmen als auch Analysten in ein verzweigtes Geflecht von Interessenkonflikten eingebettet, die eine unverzerrte Informationsvermittlung beeinträchtigen können. Vor diesem Hintergrund untersucht der Autor, inwiefern die kommunizierten Einschätzungen beider Gruppen zu finanzwirtschaftlichen Leistungsindikatoren als verlässlich angesehen werden können und welche Faktoren die Treffgenauigkeit dieser Prognosen beeinflussen. Die Analyse beruht auf der Auswertung von 3.870 Einzelprognosen von Unternehmen des HDAX und den korrespondierenden Analystenschätzungen im Zeitraum von 2005 bis 2011 und zeigt systematische Zusammenhänge im Prognoseverhalten beider Gruppen.
Show Summary Details
Restricted access

1 Einleitung

Extract

1  Einleitung

“I think it is both deceptive and dangerous for CEOs to predict growth rates for their companies. They are, of course, frequently egged on to do so by both analysts and their own investor relations departments. They should resist, however, because too often these predictions lead to trouble.“1

Dieses Zitat der berühmten amerikanischen Investorenlegende Warren Buffett zeigt auf, in welchem Spannungsfeld sich Unternehmen bei der Abgabe von Prognosen zur erwarteten künftigen Unternehmensentwicklung bewegen. Managementprognosen werden aufgrund ihrer enormen Entscheidungsrelevanz von der Financial Community intensiv verfolgt und nachgefragt.2 Insbesondere aktuelle und potenzielle Investoren haben ein besonderes Interesse an prospektiven Unternehmensinformationen. So richten Kapitalgeber ihre Investitionsentscheidungen an den mit dem Kapitalengagement in Verbindung stehenden erwarteten künftigen Zahlungsströmen aus. Da das Management als Insider über Wissensvorsprünge hinsichtlich des zeitlichen Anfalls und der Höhe dieser Zahlungsströme verfügt, orientieren sich Investoren bezüglich ihrer Analgeentscheidungen an den diesbezüglichen Aussagen des Managements. Somit verwundert es nicht, dass die Veröffentlichung zukunftsgerichteter Aussagen der Unternehmensleitung am Kapitalmarkt regelmäßig starke Aktienkursreaktionen hervorruft und die Wertrelevanz prognostischer Informationen die von primär vergangenheitsorientierten Jahresabschlussinformationen übersteigt. Während das Übertreffen der unternehmensseitig kommunizierten Einschätzungen an den Börsen mit Kursaufschlägen honoriert wird, drohen bei einem Verfehlen der Erwartungen sowie bei negativen Prognoseanpassungen Kursrückgänge, wobei Enttäuschungen am Kapitalmarkt deutlich stärkere Kursreaktionen hervorrufen als betragsgleiche positive Überraschungen.3 ← 1 | 2 →

Die Darstellung künftiger Chancen und Risiken ist...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.