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Managementprognosen und Analystenschätzungen

Empirische Untersuchung zum Prognoseverhalten von Unternehmen und Finanzanalysten

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Kai Lehmann

Managementprognosen sind ebenso wie die Schätzungen von Finanzanalysten eine wesentliche Informationsquelle beim Kapitalallokationsprozess von Investoren. Allerdings sind sowohl Unternehmen als auch Analysten in ein verzweigtes Geflecht von Interessenkonflikten eingebettet, die eine unverzerrte Informationsvermittlung beeinträchtigen können. Vor diesem Hintergrund untersucht der Autor, inwiefern die kommunizierten Einschätzungen beider Gruppen zu finanzwirtschaftlichen Leistungsindikatoren als verlässlich angesehen werden können und welche Faktoren die Treffgenauigkeit dieser Prognosen beeinflussen. Die Analyse beruht auf der Auswertung von 3.870 Einzelprognosen von Unternehmen des HDAX und den korrespondierenden Analystenschätzungen im Zeitraum von 2005 bis 2011 und zeigt systematische Zusammenhänge im Prognoseverhalten beider Gruppen.
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7 Zusammenfassung und Ausblick

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7  Zusammenfassung und Ausblick

Die jüngsten Verlautbarungen des DRSC zur Konzernlageberichterstattung im Rahmen des DRS 20 haben deutlich gemacht, dass das bedeutendste deutsche Gremium zur Fortentwicklung der Rechnungslegung die Relevanz möglichst präziser prospektiver Unternehmensinformationen für eine entscheidungsrelevante Unternehmensberichterstattung erkannt hat. So entsprechen ab dem Jahr 2013 rein komparative und qualitative Prognosen fortan nicht mehr den Anforderungen, die an eine aussagekräftige Prognoseberichterstattung zu stellen sind. Insbesondere Kapitalgeber haben ein großes Interesse an konkreten Aussagen zur erwarteten künftigen Unternehmensentwicklung, um das Kapital entsprechend ihres Rendite-Risiko-Profils allokationseffizient einzusetzen. Aber auch Finanzanalysten, für welche die Geschäfts- und Quartalsberichte regelmäßig eine bedeutende Informationsquelle darstellen, sind zu Zwecken einer effektiven Informationsintermediation auf präzise Darstellungen der Geschäftsleitung zur erwarteten Umsatz- und Ertragslage angewiesen. Somit überrascht es nicht, dass die DPR die Prüfung zukunftsgerichteter Angaben zu einem zentralen Prüfungsschwerpunkt für das Jahr 2014 erklärt hat.790 Insbesondere die gestiegenen Anforderungen an die Prognosegenauigkeit und der ab dem Jahr 2013 erstmalig vorgesehene Abgleich der Vorjahresprognose mit der tatsächlichen Entwicklung erfahren hierbei eine besondere Würdigung.791

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollten die Managementprognosepraxis deutscher Unternehmen sowie die korrespondierenden Analystenschätzungen eingehend empirisch überprüft werden. Ausgangpunkt für die Untersuchung waren die in den Geschäfts- und Quartalsberichten der HDAX-Unternehmen enthaltenen quantifizierten kurzfristigen Umsatz- und Ergebnisprognosen. Untersuchungen zum Zusammenspiel von Unternehmensprognosen und den Schätzungen von Finanzanalysten beschränkten sich bislang weitestgehend auf den angloamerikanischen Raum, der sich hinsichtlich...

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