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Leben und Lehre

Dogmatische Perspektiven auf lutherische Orthodoxie und Pietismus- Studien zu Gerhard, König, Spener und Freylinghausen

Tim Christian Elkar

Ist lutherische Orthodoxie mit toter Dogmatik und Pietismus mit reiner Frömmigkeit gleichzusetzen? Lange wurde dies so gesehen. Tatsächlich begegneten sich beide Richtungen in einer Orientierung auf die theologischen Grundkategorien von Leben und Lehre. Dies wird erstmalig in dieser dogmatischen Arbeit über die vier herausragenden Vertreter beider Richtungen nachgewiesen: Johann Gerhard, Johann König, Philipp Jakob Spener und Johann Anastasius Freylinghausen.
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A. Einleitung

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Der Zusammenhang von Lehre und Leben ist in der evangelischen wie der katholischen Kirche ein Thema von großer und bleibender Aktualität. Dies zeigte sich 2013 auf protestantischer Seite exemplarisch an der Diskussion um die Orientierungshilfe der EKD zum Thema „Familie“. Die einen bemängeln, dass die evangelische Kirche ihre Lehre einfach den Lebensentwürfen und dem Zeitgeist anpasst, ohne dies auf eine bibelgemäße Lehrbasis zu stellen. Andere hingegen halten es für wichtig, das Leben jedes Einzelnen in den Blick zu nehmen, Lehre immer wieder neu zu profilieren, um der Lebensrealität der Menschen gerecht zu werden. Dass es immer wieder in der Geschichte zu Ausschlägen entweder in Richtung der Lehre oder des Lebens gegeben hat, lässt sich in der Gegenwart auch an den Pontifikaten der katholischen Kirche erkennen. Durch die Wahl Benedikts XVI., der sich vorher als Vorsitzender der Glaubenskongregation besonders um die katholische Lehre bemüht hatte, wurde zum Ausdruck gebracht, dass nach Johannes Paul II., der sich vor allem durch seine Nähe zum Kirchenvolk auszeichnete, wieder ein „Denker“ den Stuhl Petri einnahm. Benedikt folgte dann wiederum Franziskus, der im Ruf steht, sich entschiedener dem Leben der Menschen zuzuwenden als sein Vorgänger.

Auch in der Theologiegeschichte gibt es Beispiele für Strömungen, die entweder stärker die Lehre oder nachdrücklicher das Leben betonten. Meist lösten sie sich ab oder bildeten eine Gegenreaktion. Ein hinreichend bekanntes Beispiel hierfür ist Luthers sich in voller Schärfe 1517...

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