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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Edited By Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Gunther Stephenson Hoffnung und Verzweiflung als komplementäres Phänomen am Beispiel der Kunstgeschichte

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Gunther Stephenson

Für Ándrele

Hoffnung und Verzweiflung in ihrer wechselseitigen Bezogenheit gehören zu den Jahrtausende alten Grundphänomenen der menschlichen Kultur. Sie sind Befindlichkeiten und auch Verhaltensweisen, die sich sowohl subjektiv äußern wie auch in der Geschichte durch vielfältige Erscheinungsformen ihren erkennbaren Ausdruck gefunden haben, wie etwa in der Sprache oder in der Musik, in der Religion oder in der Kunst. Hegel nannte solche Ausdrucksweisen den ‚objektiven Geist‘; wir würden heute bescheidener eher von Gestaltungsformen der Kultur sprechen. Diese Erscheinungen treten nicht selten verschlüsselt auf, haben dann Zeichencharakter, aber nur dann, wenn eine direkte Aussage nicht möglich ist. Man muss nicht sogleich von Symbolen sprechen. Schon viel sagt uns die Unmittelbarkeit, oft in der Alltagssprache.

Wenn wir über ein solches Thema sprechen,1 müssen wir dessen eingedenk bleiben, dass wir als Europäer gewöhnt sind, aus dieser Perspektive zu denken und die Welt des Menschen zu beurteilen. Mit anderen Worten: Wir dürfen nicht vergessen, dass andere Kulturen – und auch Religionen – unsere Betrachtungsweise in Frage stellen können. Doch glaube ich, dass die Disposition des Menschen zur Hoffnung hin eine anthropologische Konstante ist, ein emotionales A priori sozusagen – wie auch seine Anlage zur Religion. Das schließt den Gegenpol zur Hoffungslosigkeit und auch zuweilen der Verzweiflung ein. Dass Menschen so gestimmt sein können, steht außer Frage. Wie sie sich und ihre Situation dabei deuten, trägt in den Kulturen allerdings verschiedene Akzente.

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