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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Edited By Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Inken Mädler Das Haus: Private Räume des Selbst - Gegenstände im Wohnraum Robert Josef Kozljanic

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Private Räume des Selbst – Gegenstände im Wohnraum

Inken Mädler

Betrachtet man ein Haus nicht von außen, sondern führt es sich sozusagen aus der Innenperspektive vor Augen, wird das sichtbar, was sich an symbolischem Potenzial im sogenannten Interieur verbirgt oder besser gesagt: gegenständlich verdichtet. Denn ganze Symbolwelten verdichten sich als eine Art kristallisierter Sinn vorrangig in Gegenständen, von denen ihre Besitzer sagen, dass ihr Herz an ihnen hängt. Eruiert man deren symbolischen Gehalt, werden sie als Symbole des Selbst erkennbar, welche die kategorialen Bedingungen des eigenen Daseins ebenso präsent halten wie besondere Momente des individuellen Lebenslaufs oder auch schicksalhafte Momente des eigenen Erlebens.1

1. Vom Haus als Haut

Das symbolische Potenzial jenes Schutzraums, den wir Haus nennen, liegt in seiner engen Beziehung zu dem Wesen begründet, das ihn bewohnt, und das als animal symbolicum, um Ernst Cassirers treffende Bezeichnung aufzunehmen, nicht anders kann, als auch diesen Raum in den ständigen Prozess der Sinngebung einzubeziehen. Die Wurzeln des Begriffs Haus belegen das auf ihre Weise, bedeutet das althochdeutsche hus doch ursprünglich ‚das Bedeckende‘ entsprechend der indogermanischen Grundbedeutung skeu, das für griechisch skeue oder Kleidung, skythos oder Haut, lateinisch scutum oder Schild zeichnet und auf die Schutzhüllen menschlicher Leiblichkeit verweist. Das Haus ist so gesehen das Gehäuse der Menschenschnecke, das diese von Natur aus nicht vorweisen kann. Metaphorisch gesprochen handelt es sich bei diesem Gehäuse um eine Art dritte...

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