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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

Series:

Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Bärbel Beinhauer-Köhler Die Moschee als „kultivierter” Erfahrungsraum zwischen Haus und Garten

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Bärbel Beinhauer-Köhler

I

Der andalusische Mekkapilger Ibn Ğubair (1145-1217) schreibt auf seiner Reise, im Jahr 1183 in Kairo Station machend, zur Innendekoration der dortigen H. usain-Moschee: „Dadurch entsteht der Eindruck eines Gartens, dessen Anblick uns durch seine Schönheit und Anmut fesselte. [. . .] ich kann mir kein erstaunlicheres, kein schöneres Bauwerk vorstellen.“1

Einerseits ist anzunehmen, dass der Reisende in dieser Aussage seine subjektiven Empfindungen schildert. Er war offenbar von der Größe, Pracht und Ausstattung des Gebäudes mit kostbaren Materialien beeindruckt, die eine gartenähnliche Anmutung evozierten. Andere Reisende mögen die gleiche Moschee ganz anders empfunden haben. Andererseits mögen solche Schilderungen aber auch Stereotype der Gattung Reiseliteratur beinhalten, die unterschiedliche Reisende immer wieder angesichts ähnlicher prachtvoller Bauwerke äußerten.2 Zudem steht die Verwendung der Begriffsfelder um „Garten“, hier raud. a, sowie „Haus“, hier binā’, „Gebäude“, in einem größeren und kulturell vorgeprägten Kontext.

So soll das Zitat zur Formulierung einer Ausgangsfrage dienen: Was erfahren wir über Moscheen, primär Gebetsstätten des Islam, speziell bezogen auf die Eindrücke, die sie bei den Besuchern auslösen? Welche Erfahrungshorizonte werden mit Moscheen verbunden, welche kulturellen Muster wirken dabei auf die Erwartungen der Gläubigen? Und nicht zuletzt: Wie weit können „Haus“ und „Garten“ dabei eine zielführende Fokussierung bereitstellen?

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