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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

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Edited By Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Assmann, Jan: Steinzeit und Sternzeit. Altägyptische Zeitkonzepte. München 2011: Wilhelm Fink. 354 S., 33 S/W-Abb.

Das Buch stellt die in gut vierzig Jahren verfassten ägyptologischen und kulturwissenschaftlichen Arbeiten Assmanns über das ihn stets so faszinierende Phänomen der Zeit in einen kohärenten Zusammenhang und macht sie einem größeren Leserkreis zugänglich. Die fünf thematisch fokussierten und aufeinander bezogenen Kapitel basieren also auf zahlreichen kleineren Monographien und Aufsätzen, die er im Vorwort kurz anspricht und im Literaturverzeichnis (291-314) aufführt. Dabei bleibt er seiner Darstellungsweise treu, die auf Textzitate baut, welche er gemäß seinem Argumentationsgang anordnet und entsprechend kommentiert.

Den Anfang macht die Deutung der beiden verschiedenen Begriffe, die im alten Ägypten für unser Wort „Ewigkeit“ geläufig waren. Assmann stellt „die ewige Bewegung des sich zyklisch Wandelnden“ der „ewigen Dauer des in statischer Unwandelbarkeit Vollendeten“ einander gegenüber (72) – also eine zyklische Zeitauffassung einer linearen –, wobei er diesen „Doppelaspekt der Ewigkeit“ als eine „Leitdistinktion“ Ägyptens betrachtet (195f.), die sich in zahlreichen weiteren Dualismen und Dichotomien zum Ausdruck bringt. Die Temporalisierung dialektischer Beziehungen sieht er als Kennzeichen des mythischen Denkens, und die prinzipielle Öffnung der ägyptischen Welt gegenüber einer kulturell nicht ausdifferenzierten Vorwelt betrachtet er als fundamentalen Unterschied zu unserem vom Gesetz der Thermodynamik gestützten Weltbild (44f.). Als eine Besonderheit Altägyptens ist auch die zumeist sehr griffige symbolische Ausformung der grundlegenden und kulturprägenden Elemente anzusprechen, wie das Beispiel des Uroboros zeigt, jenes „Inbegriffs der zyklischen Prozesse...

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