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Verändern Gender Studies die Gesellschaft?

Zum transformativen Potential eines interdisziplinären Diskurses

Series:

Franz Gmainer-Pranzl, Ingrid Schmutzhart and Anna Steinpatz

Gender Studies haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als kulturwissenschaftlicher, interdisziplinärer und gesellschaftskritischer Diskurs etabliert. Sie analysieren die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht, kritisieren etablierte (meist unsichtbare) Machtstrukturen, die Diskriminierung und Ausschließungen produzieren, und beleuchten die Intersektionalität der Dimension Gender mit ethnischen, sozialen, politischen, ökonomischen und religiösen Lebensbereichen. Trotz hoher theoretischer Standards und eines differenzierten Problembewusstseins stellen sich den Gender Studies allerdings durch eingefahrene gesellschaftliche Spielregeln, ökonomische Vorgaben und diskursive Identitätskonstruktionen wirkmächtige Widerstände entgegen. Lassen sich kulturelle Logiken, die repressive und exkludierende Strukturen als natürlich ausgeben, überwinden? Verändern also Gender Studies die Gesellschaft? Eine interdisziplinäre Tagung an der Universität Salzburg setzte sich im November 2013 mit dieser Frage auseinander und zeigte aus der Perspektive unterschiedlicher Wissenschaften das gesellschaftsverändernde Potential der Gender Studies auf.
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KATHARINAfeier: Ver-Ortung eines Anliegens. Errungenschaften, Potentiale und Herausforderungen einer feministisch-theologischen Veranstaltung an der Universität Salzburg

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1. Entstehung der KATHARINAfeier

In den 1980ern war die feministische Theologie in ihrer Blütezeit. Herlinde Pissarek-Hudelist wurde in Innsbruck 1984 Inhaberin des Lehrstuhles für Religionspädagogik und Katechetik und 1989 als weltweit erste Frau zur Dekanin einer Katholisch-Theologischen Fakultät gewählt.1 Im selben Jahr wurde aus einem losen Netzwerk von Frauen die offizielle Einrichtung des „Österreichisches Frauenforums feministische Theologie“2 ins Leben gerufen.

Auch an der Theologischen Fakultät Salzburg war diese Aufbruchsstimmung spürbar. Lesekreise und Diskussionsrunden wurden gegründet, um sich mit feministischer Literatur auseinander zu setzen. Dieses erstarkte feministische Selbstbewusstsein suchte sich auch innerhalb der Fakultät Gehör zu verschaffen nicht zuletzt bei der Thomasfeier, dem Fest der Theologischen Fakultät, das mit einem jährlichen Vortrag begangen wurde. Die Thomasfeier sah man als geeigneten Ort, um bei der Auswahl des/der Gastreferenten/-in auch eigene Interessen einzubringen, und so forderten die StudienvertreterInnen, dass auch sie und ihre Anliegen in die Auswahl der ReferentInnen einbezogen wurden.

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