Show Less
Restricted access

Verändern Gender Studies die Gesellschaft?

Zum transformativen Potential eines interdisziplinären Diskurses

Series:

Edited By Franz Gmainer-Pranzl, Ingrid Schmutzhart and Anna Steinpatz

Gender Studies haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als kulturwissenschaftlicher, interdisziplinärer und gesellschaftskritischer Diskurs etabliert. Sie analysieren die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht, kritisieren etablierte (meist unsichtbare) Machtstrukturen, die Diskriminierung und Ausschließungen produzieren, und beleuchten die Intersektionalität der Dimension Gender mit ethnischen, sozialen, politischen, ökonomischen und religiösen Lebensbereichen. Trotz hoher theoretischer Standards und eines differenzierten Problembewusstseins stellen sich den Gender Studies allerdings durch eingefahrene gesellschaftliche Spielregeln, ökonomische Vorgaben und diskursive Identitätskonstruktionen wirkmächtige Widerstände entgegen. Lassen sich kulturelle Logiken, die repressive und exkludierende Strukturen als natürlich ausgeben, überwinden? Verändern also Gender Studies die Gesellschaft? Eine interdisziplinäre Tagung an der Universität Salzburg setzte sich im November 2013 mit dieser Frage auseinander und zeigte aus der Perspektive unterschiedlicher Wissenschaften das gesellschaftsverändernde Potential der Gender Studies auf.
Show Summary Details
Restricted access

Koreanische Frauen als Grenzgängerinnen zwischen Tradition und Postmoderne, zwischen Patriarchat und Emanzipation. Choon-Ho You-Martin als Vertreterin der Frauenbewegung und Frauentheologie in Südkorea

Extract



Die 1952 in Daejeon in Südkorea geborene Choon-Ho You-Martin ist eine beeindruckende Persönlichkeit im Kontext einer interkulturellen feministischen Theologie. In erster Linie bemerkenswert ist ihre scharfsinnige Gesellschaftsanalyse Südkoreas und die präzise Kulturhermeneutik Südostasiens. Nach Absolvierung ihrer Studien der Pharmazie und der Evangelischen Theologie kam sie zur Promotion nach Deutschland. In ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit sowie ihrem sozialen und kirchlichen Engagement kristallisierten sich in erster Linie zwei einander berührende Schwerpunkte heraus: „Ansätze einer interkulturellen, ökumenischen Theologie aus koreanischer Perspektive und Profilierung einer feministischen Theologie mit dezidiert befreiungstheologischer Option.“1

Ihre Perspektive ist nach meinem Ermessen für uns deshalb so aufschlussreich, weil sie es wie keine andere vermag, die Kultur des fernöstlichen Südkorea in unserem christlich-abendländischen Denken zur Sprache zu bringen. Hermes A. Kick bezeichnet sie im Vorwort ihrer posthum veröffentlichten gesammelten Beiträge sehr treffend als „Grenzgängerin“:

„Grenzgängerin in vielfältiger Weise […] zwischen Tradition und Moderne, zwischen patriarchaler Ordnung und vehementem Eintreten für Frauenemanzipation war sie inspiriert und geführt durch ihren Glauben, stets auf der Suche nach neuen lebensdienlichen Lösungen. Grenzgängerin auch zwischen ihrer fernöstlichen Heimat, mit der sie verankert blieb, gleichzeitig zuhause im antiken und christlich-abendländischen Denken.“2 ← 411 | 412 →

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.