Show Less
Restricted access

Verändern Gender Studies die Gesellschaft?

Zum transformativen Potential eines interdisziplinären Diskurses

Series:

Edited By Franz Gmainer-Pranzl, Ingrid Schmutzhart and Anna Steinpatz

Gender Studies haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als kulturwissenschaftlicher, interdisziplinärer und gesellschaftskritischer Diskurs etabliert. Sie analysieren die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht, kritisieren etablierte (meist unsichtbare) Machtstrukturen, die Diskriminierung und Ausschließungen produzieren, und beleuchten die Intersektionalität der Dimension Gender mit ethnischen, sozialen, politischen, ökonomischen und religiösen Lebensbereichen. Trotz hoher theoretischer Standards und eines differenzierten Problembewusstseins stellen sich den Gender Studies allerdings durch eingefahrene gesellschaftliche Spielregeln, ökonomische Vorgaben und diskursive Identitätskonstruktionen wirkmächtige Widerstände entgegen. Lassen sich kulturelle Logiken, die repressive und exkludierende Strukturen als natürlich ausgeben, überwinden? Verändern also Gender Studies die Gesellschaft? Eine interdisziplinäre Tagung an der Universität Salzburg setzte sich im November 2013 mit dieser Frage auseinander und zeigte aus der Perspektive unterschiedlicher Wissenschaften das gesellschaftsverändernde Potential der Gender Studies auf.
Show Summary Details
Restricted access

„Warum habe ich Gunst in deinen Augen gefunden, dass du mich ansiehst?“ Die Gestalt von Frau und Mann in der Bibel im Zusammenhang mit der Teología India

Extract



Einleitung

Im heutigen Bolivien erlebt man eine Zeit, in der die indigenen Kulturen und Spiritualitäten sich immer mehr zu Wort melden. Diese Realität hat unter anderem zwei Wirkungen: sie fördert den interkulturellen Dialog mit dem Christentum und der Gesellschaft, wird aber auch zu politischen Zwecken verwendet, wenn nicht missbraucht.

In den letzten Jahren melden sich immer mehr Frauen und Männern zu Wort, wenn es um Gerechtigkeit für alle in der Gesellschaft geht. Um der Frage „Verändern Gender Studies die Gesellschaft?“ nachzugehen, kann man sagen, dass es sich im Fall der indigenen Kulturen um „Geschichtsbewusstsein“ handelt, weil es viel Reichtum gibt, was das Leben in Harmonie mit dem Universum angeht. Natürlich darf man das nicht idealisieren, weil die Realität der Gleichberechtigung der Geschlechter nicht nur in Lateinamerika, sondern auf der ganzen Welt ein Thema ist. Víctor Codina schreibt, dass Lateinamerika als die „katholische Amazonie“, eine „Lunge“ der katholischen Kirche gegenüber der religiösen Erstickung der Nordatlantischen Länder sei. Aber das sei heutzutage sehr umstritten.1 Codina deutet darauf hin, dass unser Kontinent, wo die Mehrheit Katholiken sind, gleichzeitig der Ort ist, wo mehr soziale Ungerechtigkeit geschieht.2

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.