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Tendenzen der zeitgenössischen Dramatik

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Edited By Paul Martin Langner and Agata Mirecka

Der Band vereint elf Beiträge zu Werken von jüngeren und «klassischen» Theaterautoren wie Lukas Bärfuss, Bertolt Brecht,Martin Crimp, Ödön von Horváth, Janosch, Dea Loher, Christoph Marthaler, Heiner Müller, Hermann Nitsch, Roland Schimmelpfennig und Lothar Trolle. Die Abhandlungen der WissenschaftlerInnen, die an verschiedenen Universitäten in Europa tätig sind, erarbeiten zum Teil neue methodische Zugänge, die die Werke in umfassende Prozesse der Gegenwart einbetten. Ein weiterer Schwerpunkt in den hier versammelten Artikeln sind die Bedingungen und Aspekte der Rezeption von deutschsprachigen Autoren im In- und Ausland. Das Buch eröffnet Einblicke in aktuelle Bühnenprojekte und Inszenierungen.
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Experimente der Sinngebung. Lukas Bärfuss‘ Alices Reise in die Schweiz und die ethisch-existenzielle Herausforderung im 21. Jahrhundert.

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Marta Famula (Bamberg)

Experimente der Sinngebung.Lukas Bärfuss‘ Alices Reise in die Schweiz und die ethisch-existenzielle Herausforderung im 21. Jahrhundert.

In einem Interview mit dem Sender Deutschlandradio Kultur vom 24. Juni 2010 zum Thema Sterbehilfe auch für Gesunde? das sich auf eine entsprechende Forderung der niederländischen Bürgerinitiative zur Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende(NVVE)bezog, stellte der Schweizer Autor Lukas Bärfuss die geistige Unverfügbarkeit des Todes ins Zentrum der Diskussion und warnte damit vor einem allzu leichtfertigen Umgang mit dem Sterben: „Ich glaube, wir sollten uns mit der Unbequemlichkeit und mit dem Skandalon des Todes auseinandersetzen.“1 Damit stellte er nicht den Akt der Sterbehilfe selbst zur Debatte, sondern vielmehr jene kulturellen und geistigen Parameter, die den individuellen Umgang mit dem existenziellen Abgrund der eigenen Sterblichkeit bestimmen. Bereits fünf Jahre zuvor, am 4. März 2005, wurde sein Drama Alices Reise in die Schweiz. Szenen aus dem Leben des Sterbehelfers Gustav Strom2 am Theater Basel uraufgeführt, in dem er den Formen der Bewältigbarkeit des existenziellen Abgrundes und den eng damit verbundenen Fragen der Sinngebung nachgeht und damit einen neuralgischen Punkt der gegenwärtigen kulturellen Diskussion trifft, der die Premieren-Zuschauer seines Stücks noch lange nach Ende der Vorstellung zusammenstehen und diskutieren ließ.3 Das Drama verhandelt die geistigen Parameter des Umgangs ← 63 | 64 → mit Fragen nach Sinn und Endlichkeit in einer durch medizinischen Fortschritt sowie durch relativistisch-dekonstruktivistische Tendenzen geprägten Gegenwart, innerhalb derer Leben, Krankheit und Tod...

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