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Virtuelle Bioethik

Ein reales Problem?

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Lukas Ohly

Bioethische Probleme sind keine realen Probleme, sondern in Phantasien verstrickt. Diese Phantasien richten sich auf Allwissenheit im Informationszeitalter, Sehnsucht nach Unsterblichkeit, Schöpfung humanoider Maschinen oder Erschaffung des Lebens. Virtualität beansprucht dabei einen dritten Bereich zwischen Realität und Fiktion. Sind die Auswirkungen bioethischer Probleme damit real oder virtuell? Werden etwa reale Patienten behandelt und reale Subjekte biotechnisch erzeugt oder nur virtuelle? Und liegen etwa auch ethische Prinzipien selbst auf einer dritten Ebene zwischen Realität und Fiktion? Der Band enthält interdisziplinäre Beiträge zu diesen Fragen und möchte auf einen blinden Fleck innerhalb der bioethischen Diskussion aufmerksam machen.
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Daniel Falkner: Zwischen Realität und Fiktion. Lebendige Metaphern und virtuelles Leben in der Synthetischen Biologie

Einleitung: Virtualisierung der Wissenschaft und das digitale Zeitalter der Biologie.

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Daniel Falkner

Zwischen Realität und Fiktion. Lebendige Metaphern und virtuelles Leben in derSynthetischen Biologie

Der Begriff Virtualität wird heute meist im Zusammenhang mit den neuen Medien und künstlichen Computerwelten gebraucht. Gemeint sind damit Virtuelle Realitäten, denen ein Prozess der Digitalisierung, d.h. der Zerlegung von Daten und Signalen in den binären Code von Bits und Bytes, die ein Computer als universelle Turingmaschine nach einem Programm manipulieren und schließlich in sichtbare Bilder und Modelle umwandeln kann, zugrunde liegt. Virtuelle Realität meint also in dieser ersten Annäherung an den Begriff eine künstliche, digitalisierte Welt im Computer, die als Simulation wie die Realität erscheint, diese aber physisch nicht ist. Solche Virtualität und Virtuelle Realitäten begegnen dabei nicht nur in der alltäglichen Arbeit und Kommunikation mit und über die neuen Medien, in Computerspielen oder Filmen sondern auch und vor allem in den Bildern und Modellen, die die Wissenschaft von unserer Welt erstellt. Hierbei kann in nahezu allen Bereichen der modernen Wissenschaften ein Trend zur Digitalisierung und Virtualisierung beobachtet werden. Je komplexer der Forschungsbereich und -gegenstand werden, je größer die zu verarbeitenden Datenmengen sind und je kleiner die Objekte und Messbereiche der wissenschaftlichen Beobachtung und des experimentellen Eingriffs werden, umso mehr ist die wissenschaftliche Praxis von der zur Verfügung stehenden Rechenleistung und den Techniken der digitalen Bildgebung abhängig.

Mit der Ausdifferenzierung und Spezialisierung der wissenschaftlichen Disziplinen wächst dabei nicht nur die Notwendigkeit von...

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